Pflege-Drama in Englschalking

Sohn (58) ertränkt seine Mutter (85)

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Der Tatort: Das Haus der Witwe Karolina B. (85) in Englschalking

München - Schreckliches Pflege-Drama in Englschalking: Ein  58-Jähriger hat seine 85-jährige Mutter in der Badewanne getötet. Offenbar, weil sie sich ihre Haare nicht waschen lassen wollte.

Als Rettungsdienst und Polizei kamen, hatte der Sohn (58) schon einen Tag und eine Nacht neben der Leiche seiner Mutter gewacht und wirkte verwirrt. Erst in den folgenden Tagen gelang es der Münchner Mordkommission, die ganze Tragödie zu ergründen, die sich bereits am 29. Oktober im Reihenhaus der Witwe Karolina B. (85) in der Stolzingstraße (Englschalking) abgespielt hat.

Seit dem Tod ihres Mannes lebte Karolina B. allein in ihrem Haus. Ihr mittlerweile arbeitsloser Sohn Rudolf K. verließ vor einigen Jahren München und lebte seitdem mit seiner Familie in einer Kleinstadt nahe Landshut. In regelmäßigen Abständen kam er nach München und kümmerte sich um seine Mutter, die aufgrund leichter Demenz zunehmend pflegebedürftig war. Am 29. Oktober half er ihr beim Baden, wollte ihr die Haare waschen. Sie jedoch soll sich geweigert und nach ihm geschlagen haben. So stellte er es jedenfalls später dar. Irgendwann gingen ihm die Nerven durch. In einer Mischung aus Wut und Überforderung packte er seine wehrlose Mutter am Hals und drückte sie unter Wasser!

Später hob er die leblose Mutter aus der Wanne, legte sie im Wohnzimmer ab und breitete Handtücher über den Leichnam. Erst am nächsten Tag um 14 Uhr meldete er sich telefonisch bei seiner Frau: „Ich habe die Mama umgebracht.“ Die Ehefrau verständigte sofort den Rettungsdienst – auch, weil sie um das Leben ihres Mannes fürchtete. Da hatte sich Rudolf K. tatsächlich schon oberflächliche Schnitte am Handgelenk zugefügt.

Rudolf K. machte derart widersprüchliche Angaben, ,.dass wir uns zunächst nicht sicher waren, ob es sich wirklich um ein Tötungsdelikt handelt“, erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München I. Erst die Obduktion bestätigte den Verdacht. Noch am Allerheiligentag sah ein Nachbar, wie Rudolf K. daheim in Niederbayern den Balkon seines Hauses weißelte. Mittlerweile hat er ein Geständnis abgelegt und sitzt nun unter Mordverdacht in U-Haft.

Karolina B.­’s Urne wird in den nächsten Tagen in Niederbayern im Familiengrab bestattet – an der Seite ihres Ehemannes Rudi.

Sebastian Arbinger, Dorita Plange

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