In Bogenhausen

Anwohner-Aufstand gegen neuen Spielplatz

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Judith Kotra (3.v.r.) und die Spielplatzgegner.

München - Judith Kotra ist keine Kinderhasserin. Gerade deshalb will sie einen geplanten Spielplatz im Herzogpark verhindern. Wir erzählen die Geschichte dazu.

Judith Kotra (70) hat bei den Bewohnern rund um den Park eine Umfrage gestartet und sagt, dass von 60 Haushalten 50 dagegen seien. Außerdem hat sie 300 Unterschriften von Anwohnern gesammelt – gegen den Spielplatz. Doch warum wehrt sich das Viertel gegen die neue Anlage?

Seit zwei Jahren ist der Kleinkinderspielplatz Thema im Bezirksausschuss (BA) Bogenhausen. Das Gremium ist mehrheitlich dafür, es gab einen Ortstermin und erste Pläne. Doch jetzt haben auf der Bürgerversammlung vier Anwohner Anträge gegen den Spielplatz vorgebracht. Alle Anträge wurden angenommen.

Das heißt, dass jetzt der Stadtrat über die Anträge entscheiden muss. Die Bürger fordern, die Parkwiese als natürlichen Spielplatz zu belassen. „Hier in der Gegend gibt es vier Spielplätze, die alle fußläufig zu erreichen sind. Die Kinder brauchen Bäume zum Klettern und eine Natur, die sie entdecken können“, sagt Kotra. Sie erzählt von dem Reiherpaar, das sich hier am Nachmittag aufhält und von dem Eisvogel und von den vielen Insekten, die Kindern mit ihren Netzen fangen. Mehr Spaß in der Natur geht nicht für die Kleinen.

Wenn der Spielplatz kommt – fürchten die Anwohner – werden Teile des morastigen Parks betoniert, die Reiher und der Eisvogel suchen sich andere Plätze, Insekten verschwinden. „Wir sehen nicht ein, dass ein teurer Spielplatz gebaut wird, den niemand braucht. Die Politiker entscheiden über unsere Köpfe hinweg“, sagt Kotra.

Doch wie sich im Lauf des Donnerstags auf tz-Nachfrage herausstellt, haben die Bedenken die Politiker erreicht. Eigentlich sollte gestern Abend abgestimmt werden. „Nachdem der Spielplatz in der Bürgerversammlung mehrheitlich abgelehnt wurde, wollen wir die Entscheidung vertagen, um uns noch mal ein umfassendes Bild zu machen“, sagt der stellvertretende BA-Vorsitzende, Robert Brannekämper. BA-Chefin Angelika Pilz-Strasser hat Ideen, wie sich der Spielplatz besser in die Natur einfügen könnte. Sie wünscht sich einen runden Tisch mit Gegner und Befürwortern.

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