Politesse soll Auto beschädigt haben

Strafzettel wegen Leberkassemmel: Münchner Mercedes-Fahrer verklagt den Freistaat

Helmut Glück klagte: Der Scheibenwischer seines Autos war beschädigt worden - laut seinen Angaben von einer Politesse.
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Helmut Glück klagte: Der Scheibenwischer seines Autos war beschädigt worden - laut seinen Angaben von einer Politesse.

Er war nur kurz beim Metzger - doch als er zurückkam, war sein Mercedes-Coupé mit einem Strafzettel versehen und noch dazu beschädigt. Deshalb verklagte der Fahrer den Freistaat.

München - Diese Leberkassemmel war teuer – und hat sogar mehrfach die Gerichte beschäftigt. Im August 2019 wollte sich Helmut Glück bei einer Metzgerei in Bogenhausen* eine Leberkassemmel kaufen. Das Problem: Er parkte mit seinem weißen Mercedes-Coupé im Halteverbot. Eine Politesse kam vorbei – und heftete ein Knöllchen an die Scheibe des Autos.

Doch das war nicht das einzige Ärgernis für Glück, als er von seinem Einkauf zurückkam. An seiner Limousine war außerdem der Scheibenwischer beschädigt. Für ihn stand fest: Die Ordnungshüterin war dafür verantwortlich. Sie müsse ihn zerstört haben, als sie den Strafzettel unter den Scheibenwischer klemmte, war er sich sicher.

Leberkassemmel-Streit in Bogenhausen: Gericht rät dem Kläger, die Berufung zurückzuziehen

Helmut Glück, der früher selbst als Sachverständiger für Karosserie- und Fahrzeugbau gearbeitet hatte, verklagte den Freistaat Bayern. Er forderte zunächst 100 Euro Schadensersatz. Damit scheiterte er jedoch vor dem Landgericht München*.

Deshalb legte er Berufung ein. Jetzt fand vor dem Oberlandesgericht eine Inaugenscheinnahme statt. Glück war mit seinem Mercedes gekommen, damit der Senat das Auto und den abgebrochenen Scheibenwischer begutachten konnte. Nun forderte er sogar 1264 Euro: Denn auch an der Scheibe habe es nach dem Metzgereibesuch einen Schaden gegeben, berichtete er. Doch erneut hatte er vor dem Gericht keine guten Karten. „Der Senat hat darauf hingewiesen, dass die Beweisaufnahme die Behauptungen des Klägers nicht bestätigt hat“, erklärte Gerichtssprecher Tobias Dallmayer. Die Politesse könne nichts für den defekten Scheibenwischer. Das Gericht riet Helmut Glück deshalb dazu, die Berufung zurückzuziehen. Das machte der Kläger letztlich dann auch. - VON CLAUDIA SCHURI - *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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