Nach 20 Jahren

Legendäres Restaurant in München muss dicht machen - „Corona hat dafür keine Rolle gespielt“

Der Bogenhauser Hof
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Der Bogenhauser Hof ist eine Topadresse für Feinschmecker. Doch zum Ende des Jahres muss Wirt Gerhard Gleinser schließen.

Ein legendäres Restaurant in München muss Ende des Jahres schließen. Mit der Corona-Krise hat das Ende der Topadresse für Feinschmecker jedoch nichts zu tun.

München - Seit jeher eine der Topadressen für Feinschmecker in München*: Der Bogenhauser Hof ist bekannt für seine gehobene Küche und ein beliebter Treffpunkt für viele Prominente und Politiker. Seit 2001 führt Wirt Gerhard Gleinser gemeinsam mit seiner Frau Susanne das Restaurant. Der Koch arbeitet dort insgesamt sogar schon seit 31 Jahren. Doch bald bleibt seine Küche dauerhaft kalt: „Wir werden Ende des Jahres schließen“, bestätigt der 57-Jährige.

Bogenhauser Hof in München muss schließen: „Corona hat keine Rolle gespielt“

Warum? „Corona* hat für die Schließung keine Rolle gespielt.“ Vielmehr würde der Pachtvertrag auslaufen. „Er wird nicht verlängert.“ Über die Gründe möchte sich Gleinser nicht äußern. „Es ist natürlich schade, aber wir können es nicht ändern“, sagt er. Der Wirt blickt gerne auf die vergangenen Jahrzehnte zurück: „Uns hat die Arbeit immer Spaß gemacht“, erzählt er. „Wir hatten immer Lust darauf.“ Was er künftig machen wird, dazu hält er sich noch bedeckt. Die Mitarbeiter müssen sich ebenfalls neue Jobs suchen.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wird nach der Schließung des Restaurants saniert. Der Umfang der Arbeiten stünde noch nicht fest, so ein Sprecher des Hauseigentümers, der Schörghuber Unternehmensgruppe. Klar ist: Nach der Renovierung soll wieder eine Gaststätte in den Bogenhauser Hof kommen. „Die Wiedereröffnung wird noch 2022 erfolgen“, berichtet der Sprecher. Der genaue Zeitraum hänge davon ab, welche Maßnahmen konkret nötig sind, „und nicht zuletzt auch von der Verfügbarkeit der ausführenden Firmen und der Baumaterialien“. Näheres zur Art des künftigen Gasthauses und zu möglichen Wirten könne man noch nicht sagen. Das sei alles „im Fluss“.

Pachtvertrag nicht verlängert: Bogenhauser Hof in München muss schließen

Gerhard Gleinser möchte derweil das Beste aus der verbleibenden Zeit machen. Mit der Öffnung der Außengastronomie im Bogenhauser Hof hat er bisher noch abgewartet. „Bei dem unbeständigen Wetter bringt es nichts“, erklärt er. Gerade weil er in seinem Restaurant gehobene Küche anbietet, sei es kaum machbar, immer wieder auf- und zusperren zu müssen. Aber der Wirt verspricht: „Sobald das Wetter besser ist, machen wir wieder auf.“ Wie soviele andere Gastronomen hofft auch er darauf, bald mit der Innengastronomie starten zu können – für seinen Endspurt im Bogenhauser Hof.

Bogenhauser Hof in München: Ein Wirtshaus mit langer Tradition

Der Bogenhauser Hof hat eine lange Gaststätten-Tradition: Das im Jahr 1825 erbaute Gebäude war bereits 1854 als Tafernwirtschaft zugelassen. Das Wirtshaus hatte damit nicht nur das öffentliche Schank-, Herbergs- und Gastrecht, sondern durfte auch Hochzeiten, Taufen und andere Feiern ausrichten. 1950 kaufte die Pschorr-Brauerei das Anwesen. Dort fand damals regelmäßig ein „Münchner Zamperlmarkt“ satt. Seit 2001 führen Susanne und Gerhard Gleinser das Restaurant. Politiker wie Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber waren dort genauso gerne Gast wie zum Beispiel Society-Lady Ulrike Hübner und viele bekannte Sportler. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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