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Rauchhölle im Nobelviertel: Dachstuhl in Flammen – Nachbarn ohne Strom

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Von: Nico Rading

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Die Feuerwehr kämpfte unter schwierigen Bedingungen gegen den Brand.
Die Feuerwehr kämpfte unter schwierigen Bedingungen gegen den Brand. © Oliver Bodmer

Aus bisher ungeklärter Ursache stand der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses im Herzogpark am Sonntag plötzlich in Flammen. Die Bewohner konnten rechtzeitig in Freie flüchten.

Der vierte Advent begann in der Pienzauerstraße (Herzogpark) beschaulich. Die Bäume am Isar-Ufer waren schneebedeckt, viele Münchner nutzten die Vormittagsstunden für einen winterlichen Spaziergang.

München: Rauchwolke war weithin sichtbar

Doch gegen Mittag war es vorbei mit der Winter-Idylle im Nobelviertel: Im Dachgeschoss eines Dreifamilienhauses an der Pienzenauerstraße war es zu einem schweren Brand gekommen. Die Rauchwolke war weithin sichtbar. Um weitere Anwohner in Bogenhausen nicht zu gefährden, setzte die Feuerwehr schnell eine Warnung über Twitter und Katwarn ab. So wurden per Handy alle Leute in der Umgebung vorsorglich aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Unterdessen kämpften die Feuerwehrler mit einem Großaufgebot bei eisigen Temperaturen unter schwierigsten Einsatzbedingungen gegen die Flammen im Dachstuhl. Der Brand hatte sich dort bereits auf eine Fläche von etwa 20 mal zehn Metern ausgebreitet.

Brand in München: Bewohner konnten selbst ins Freie flüchten

Gottlob konnten sich nach Angaben der Feuerwehr die zehn Bewohner des Gebäudes zuvor selbst retten und mit den nötigsten Habseligkeiten ins Freie flüchten. Für sie wurde ein Bus zum Aufwärmen angefordert, doch die Hausbewohner kamen vorübergehend bei Bekannten in der Nachbarschaft unter. Während der etwa zwei Stunden andauernden Löscharbeiten blieb die Straße für den Verkehr vollständig gesperrt. Aus Sicherheitsgründen musste während des Feuerwehreinsatzes auch ein Teil der Straße vom Stromnetz getrennt werden.

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Wann die Bewohner wieder zurück in ihre Bleiben können, stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest. Es gilt nach ersten Einschätzungen allerdings als sehr wahrscheinlich, dass sie die Weihnachtsfeiertage nicht daheim verbringen können – auch, weil viel Löschwasser durch das ganze Haus gelaufen ist.

Der durch den Brand entstandene Sachschaden liegt nach Einschätzung der Sachverständigen bei etwa 500 000 Euro. Der Herzogpark zählt zu den teuersten Wohngegenden der Stadt.

Die Brandursache ist bisher unklar, Ermittler der ­Polizei haben noch gestern mit ihren Untersuchungen begonnen. (Nico Rading)

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