Architektonischer Hingucker

Neben Münchner Wahrzeichen: Extravagantes Neubauprojekt im Nordosten der Stadt soll Blickfang werden

Direkt neben den Türmen der HypoVereinsbank soll die hochmoderne Kita entstehen
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Direkt neben den Türmen der HypoVereinsbank soll die hochmoderne Kita entstehen. 

Der Münchner Nordosten wird um eine kleine, aber feine architektonische Sehenswürdigkeit erweitert: Am Arabellapark in Bogenhausen entsteht ein futuristischer Bau.

  • Im Nordosten von München entsteht eine neue Kindertagesstätte mit bemerkenswerter Optik.
  • Am Arabellapark wird ein Ufo-ähnlicher Neubau gefertigt - neben den denkmalgeschützten HVB-Tower.
  • Initiator ist die HypoVereinsbank - wir stellen das futuristische Kita-Projekt vor und schildern Hintergründe.

München - Die Türme der HypoVereinsbank im Arabellapark gehören zu den Münchner Wahrzeichen im Nordosten der Stadt. Nun entsteht daneben eine Kita als weiterer architektonischer Hingucker.

Die denkmalgeschützten HVB-Tower sind ein Werk des mittlerweile verstorbenen Architektenehepaars Walther und Bea Betz. Ihr Sohn Oliver ist im gleichen Metier tätig und führt schon seit Jahren das bekannte Büro der Eltern. Nun ergänzt er das architektonische Aushängeschild seiner Eltern um ein neues Gebäude namens HVB-Daycare-Center. „Es ist, als ob meine Eltern auf dem höchsten Turm stehen und aufpassen, ob der Sohn das auch ordentlich macht“, sagt er. Es sollte nicht einfach eine Kiste werden, sondern etwas, das schon von außen anspricht. Es ist ein auf dem Kopf stehender Kegelstumpf geworden. „Die Form muss eine gewisse Kraft haben“, sagt Betz, schließlich muss sie sich neben den Türmen auch gegen die Hotelriesen Arabella-Sheraton und Westin Grand behaupten. Eines der beiden Gebäude wird jedoch nicht mehr allzu lange stehen: Es folgt ein Abriss*.

Neue Kita im Arabellapark in München-Bogenhausen: So wird der Ufo-Neubau konzipiert

Das ist dem Architekten mit dem eigenständigen und markanten Kontrapunkt durchaus geglückt. Der Neubau besteht aus zwei Etagen. Im Erdgeschoss gibt es auf zwei Flächen mit je 180 Quadratmetern insgesamt 36 Büroarbeitsplätze. Zwei geschwungene Treppen führen in den ersten Stock zur Ganztageskrippe für 36 Kinder im Alter von drei Monaten bis drei Jahren. 

Als grüne Freifläche mit Spiel- und Aufenthaltsflächen dient der Innenhof des Obergeschosses. Ein Bambusgarten und Sonnensegel sorgen für Beschattung und angenehme Temperaturen. Der Dachgarten ist umgeben von den Gruppen- und Arbeitsräumen und damit vor äußeren Einflüssen und Lärm geschützt.

Der Neubau besteht aus zwei Etagen. Im Erdgeschoss gibt es auf zwei Flächen mit je 180 Quadratmetern insgesamt 36 Büroarbeitsplätze.

An der Außenfassade sorgen horizontale, in der Höhe versetzte Fensterbänder für Abwechslung. „Für die Kleinen gibt es in den Gruppenräumen Ausblicke vom Fußboden bis zu ein Meter Höhe“, erklärt Betz. Die Oberlichter versorgen die restlichen Räume mit Tageslicht. Das ganze Gebäude erhält den gleichen Silberton wie die HVB-Türme, um es auch optisch ins Ensemble einzubeziehen. Damit erhält es noch mehr den Eindruck eines Ufos.

München: Ufo-Kita am HVB-Tower - Ende 2022 soll der Neubau finalisiert sein

„Die Kleinkinder sind gelandet“, amüsieren sich HVB-Personalleiter Christoph Auerbach und Immobilien-Vorstand Peter Weidenhöfer über den Vergleich. Sie wollen hier arbeitsplatznahe Kinderbetreuungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter in München schaffen. „Wir unterstützen unsere Mitarbeiter seit Jahren mit vielfältigen Maßnahmen, damit sie Beruf mit Privat- und Familienleben unter einen Hut bringen“, sagt Auerbach. Bei Krippenplätzen habe man enorme Nachfrage, nun verdopple sich die Zahl. Die HVB-Tower seien eine Landmarke in München, weshalb man sie zwischen 2016 und 2018 mit viel Aufwand saniert habe, erklärt Weidenhöfer. 

Seit 2018 wird auch der große Flachbau zu Füßen der Türme saniert. Im zweiten Halbjahr 2022 soll alles fertig sein. Inklusive Daycare-Center, dessen Bau Ende 2020 starten soll. Die HypoVereinsbank steckt insgesamt 250 Millionen Euro in die Revitalisierung ihres Areals im Arabellapark. Ganz andere Probleme hat ein anderes Geldinstitut, die Commerzbank - dort geht es um Existenzen.

Viele Eltern in München haben noch keine Zusage für das kommende Kita-Jahr. Vor allem Krippenplätze für die Kleinsten sind in München offenbar Mangelware (Carmen Ick-Dietl) *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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