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Große Jubiläumsparty für bekannten Münchner Barkeeper: „Ohne ihn würde das Herz nicht schlagen“

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Von: Ulrike Schmidt

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Stephan und Stephanie Kuffler und Barkeeper Wolfgang Buchholz.
Stephan und Stephanie Kuffler und Barkeeper Wolfgang Buchholz. © Achim Schmidt

Die Wirtefamilie Kuffler feiert in München 25 Jahre Palace-Bar mit Wolfgang Buchholz, dem Chef der Bar. 150 Gäste kamen, um den bekannten Barkeeper zu feiern.

München - Wolfgang Buchholz ruht in sich – egal wie viele Leute sich in seiner nur 40 Quadratmeter großen Palace-Bar in München an sieben Tischen und fünfeinhalb Meter Bartresen drängen. Wer hierherkommt, hat Zeit. Hotelgäste aus aller Welt, bevorzugt Musiker, aber auch Münchner, für die das intime Kleinod an der Trogerstraße eine Art Geheimtipp ist. Vor allem wegen ihres Barmanns, der mit souveräner Hand und leicht mittelfränkischer Sprachfärbung nicht nur den georderten Drink mixt, sondern dabei auch gern ins Plaudern kommt – über dies und das, über Jazz und Rock’n’Roll. Damit kennt er sich aus.

München: Buchholz seit 25 Jahren „Herz des Hotels“

Buchholz meint ja auch: „Das größte Missverständnis an einer Bar ist, zu glauben, es gehe nur um die Drinks.“ Nein, es geht ums Reden, ums Schweigen, ums Loslassen, um ziehende Gedanken und – hier vor allem um Musik, weil viele der großen Stars der Klassik, aber auch aller anderen Genres, auf dieses Hotel und seine Bar schwören. Denn hier ist Nähe Programm.

Seit 25 Jahren nun gibt es diese Bar, und seit 25 Jahren ist Buchholz der Chef – stets mit eleganter Lässigkeit am Werk. Seit 22 Jahren ist sie mit dem Hotel im Besitz der Wirtefamilie Kuffler. Stephan Kuffler: „Für uns ist die Bar mit dem Restaurant das Herz des Hotels; und ohne Wolfgang Buchholz würde das Herz nicht schlagen. Er hat eine besondere Fähigkeit, auf die Gäste einzugehen; er weiß, wann einer in Ruhe gelassen werden oder lieber reden will.“ In München gibt es nun auch Deutschlands erste Roborter-Bar.

150 Geladene auf 25-Jahres-Party

Ob ein Milch-Fläschchen fürs Baby oder nur ein Glas Wasser – Buchholz kann alles mit Charme. Allein, dass er an diesem Dienstagabend im Mittelpunkt steht, die Rolle ist ihm eher fern. 150 Geladene sind gekommen, um ihn und die Bar zu feiern; Stammgäste, Freunde, Familie. Es gibt Austern und Krabbentoast, Roastbeef und Lachs, Schampus und Wein in Hülle und Fülle. Die Party ist so lässig wie der Barmann – man plaudert und genießt, nichts unterbricht den Fluss, nicht einmal eine Rede.

Man muss den Buchholz ja auch live erleben. „Die Hotelbar ist mein Leben!“, sagt er kühn. „Wenn du es nicht schaffst, die Welt zu bereisen, dort kommt die Welt zu dir – Geschäftsleute und Künstler von überall.“

Barkeeper-Urgestein Wolfgang Buchholz.
Barkeeper-Urgestein Wolfgang Buchholz. © Achim Schmidt

Barkeeper lernte in München auch Berühmtheiten kennen

Zur Bar gehört auch Zimmerservice. Es war vor acht, neun Jahren, als telefonisch ein Scotch auf Eis geordert wurde. „Als ich dort im Raum stand, wusste ich, dass ich im selben Raum mit einer Person bin, die auch schon in einem Raum mit Elvis Presley, Johnny Cash und Carl Perkins war: Jerry Lee Lewis, der alte Rock’n’Roller, der inzwischen 86 ist.“

Singer-Songwriter Ryan Adams war auch schon da. Für ihn unterbrach Buchholz sogar seinen Urlaub, um ihm auf Zimmer 254 eine Diet Coke und einen Caesar Salad zu servieren. „Das war für mich ein Highlight, wie er mit seinem Holzfällerhemd am Laptop saß.“ Bedankt hat sich Adams mit einer ganzen Seite im Gästebuch, einer Zeichnung, die jetzt bei Buchholz hängt.

Buchholz zog mit achtzehn Jahren nach München

So viele Glücksmomente der Musik – das hätte er sich nie träumen lassen, als der gebürtige Ingolstädter vor knapp 40 Jahren, mit achtzehn, nach München kam – ins damalige Arabella Sheraton, das heutige Westin Grand. Dieses Hotel gehört Großunternehmerin Alexandra Schörghuber (Paulaner, Bayerische Hausbau, u.v.m.), auch sie ist da. „Ich liebe Bars! Wenn es keine gäbe – es wäre schrecklich“, lacht sie. Ihr Lieblingsdrink: Gin Tonic – mit einem ganz profanen Gordon’s mit Zitrone oder einem Hendrix mit Gurke. Sie behauptet: „Mit Gin Tonic gibt es keinen dicken Kopf – ein ganz klares Getränk!“

Noch klarer ist Wasser. Haya und John Jürgens sind gerade mitten in einem Experiment: „Ein Jahr lang keinen Tropfen Alkohol – sehen, was das macht“, erklärt Haya. Doch machen tut das vor allem etwas mit den anderen. Viele finden das nicht lustig, weil sie selbst in ihrem Alkoholkonsum objektiviert werden. Gut, dass es in so einer Bar auch Drinks ganz ohne gibt! (US)

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