Stufen lassen Münchner Familie verzweifeln

Eltern kämpfen für Sohn im Rollstuhl -  Keine barrierefreie Wohnung zu finden

Familie Saini sucht wegen ihres schwerbehinderten Sohnes dringend eine barrierefreie Wohnung.
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Familie Saini sucht wegen ihres schwerbehinderten Sohnes dringend eine barrierefreie Wohnung.

Der elfjährige Abu leidet an Muskeldystrophie, seit vier Monaten kann er nicht mehr selbst laufen. Die Familie findet aber keine barrierefreie Wohnung.

München - Abu fühlt sich gefangen. Eingesperrt in seinem kranken Körper, über den er langsam die Kontrolle verliert. Der elfjährige Bub ist seit vier Monaten an den Rollstuhl gebunden, selbst auf eigenen Beinen stehen kann er nicht mehr. Schuld ist eine heimtückische Krankheit: Muskeldystrophie. Die unheilbare Erbkrankheit raubt dem Buben seine Beweglichkeit. Bis vor vier Monaten konnte Abu Saini noch selber gehen – mittlerweile ist das nicht mehr möglich.

Wohnung ist zu eng für Familie - Suche nach barrierefreier Wohnung ergebnislos

Vater Manin Saini (41), der als Koch (Sous-Chef) in einem Hotel im Münchner Osten arbeitet, leidet mit seinem Sohn mit – und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihm die Zeit, die ihm noch bleibt, so schön und einfach wie möglich zu machen. Denn momentan ist es nicht einfach: Die 58-Quadratmeter-Wohnung (670 Euro Warmmiete) in Zamdorf ist zu eng, ein eigenes Zimmer für Abu ist nicht drin, er teilt es sich mit seiner Schwester Lovelyn (3). Seit Jahren hofft die Familie, eine größere und behindertengerechte Wohnung zu finden. 900 Euro warm könnte sie sich leisten. Doch egal wie viele Bewerbungen der Vater schrieb, bislang blieb all sein Bemühen ergebnislos.

Sorgt der Vermieter für eine Rampe?

Mama Dolly (38) hat große Schwierigkeiten, ihren geliebten Sohn, der inzwischen 32 Kilogramm wiegt, mit dem Rollstuhl über die zwei Türschwellen bis in die Wohnung hineinzuheben. Rampen würden helfen. „Ich habe beim Vermieter angerufen, aber da hieß es gleich, das geht nicht“, sagt der Vater. Immerhin: Als die tz eine Anfrage stellte, erklärte der Vermieter, er werde den Fall prüfen und sehen, wie man der Familie helfen könne.

S. Sasse

Diese Zahlen sind eine soziale Sirene: 30 Prozent aller Münchner Mittelschicht-Haushalte blättern schon mindestens 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete hin!

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