Arabellapark, Mahag-Gelände und in Laim

Drei Bauprojekte in München: So verändert sich unsere Stadt

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Der Stadrat soll bald grünes Licht für diesen grünen Tum geben.

München wird sich verändern. Drei neue große Bauprojekte stehen an, die das Gesicht der Stadt wandeln wird. Wir stellen die neuen Gebäude in den drei verschiedenen Gegenden vor. 

München - Da bau her! In diesen Tagen rücken gleich mehrere große ­Projekte in den Fokus. ­München wächst – ob es vor allem in die Höhe ist wie beim Vorhaben der Stadtwerke (siehe ganz unten) oder ob es tatsächlich um Pflanzen geht wie beim grünen Turm am Arabellapark. Und auch auf dem ­Mahag-Gelände geht’s zur Sache.

Am Arabellapark gibt’s bald senkrechte Gärten

Hängende Gärten an einem Hochhaus-Turm – man mag an die Gärten der Semiramis denken, das geheimnisvollste der sieben antiken Weltwunder. Allerdings: Wir reden von einem ganz gegenwärtigen Projekt in der Arabellastraße 26 (Bogenhausen). Hier soll ein 52 Meter hoher Turm entstehen – die Fassade komplett begrünt!

Das Haus nach Entwurf von Aika Schluchtmann Architekten soll 15. Geschosse erhalten, die sich nach oben mehrfach verschlanken. Die Absätze bieten Platz für Dachgärten. Die oberste Etage wird für die Haustechnik, aber auch als Dachgarten mit Gemeinschaftsterrasse genutzt. Darunter ist ein Mix aus Gewerbe und Büros in den unteren vier Geschossen sowie Wohnen geplant. Insgesamt können etwa 50 bis 60 Wohneinheiten entstehen, die jeweils über eigene Freibereiche mit Loggias verfügen.

Das Aushängeschild des Gebäudes wird jedoch die vertikale Begrünung unter anderem mit Klettergurken und Pfeifenwinde sein. Das Gebäude soll auf dem rund 2200 Quadratmeter großen Areal errichtet werden, auf dem derzeit noch die Schaltzentrale der Post zu finden ist. Noch vor der Sommerpause soll der Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplans im Stadtrat fallen, bis 2018 hofft Investor Stefan Pfender auf Baurecht.

Star-Architekt krempelt das Mahag-Gelände um

Das ehemalige Mahag-Gelände südlich der Karlstraße ist ein Filtestück in der Maxvorstadt. Bislang stehen hier zwei Verwaltungsgebäude, die der Autohändler bis 2013 als Zentrale genutzt hat. Außerdem gibt es eine Halle mit markantem Sägezahndach. Das ist die Vergangenheit.

Für die Zukunft ist Star-Architekt David Chipperfield zuständig. Sein Büro soll das Areal komplett umgestalten – die Pläne dazu wurden am Dienstag im Bezirksausschuss vorgestellt. Die beiden Verwaltungsgebäude weichen einer Blockrandbebauung: Rund 30.000 Quadratmeter für Büros und Restaurants sind angedacht, möglicherweise auch ein Hotel. Zentrum ist ein rund 1200 Quadratmeter großer, begrünter Innenhof, darunter sehen die Pläne eine Tiefgarage mit rund 280 Stellplätzen vor.

Tolle Lage, große Pläne: Auf dem Mahag-Gelände in der Maxvorstadt entstehen Büros und eventuell auch ein Hotel.

Für die Entwicklung des Geländes (die einige Jahre dauern wird) beauftrage die Inhaberfamilie den Dienstleister Jones Lang LaSalle. Beim Architektenwettbewerb im vergangenen Jahr setzte sich Chipperfield durch. Der britische Architekt hat in Deutschland unter anderem den Neubau des Essener Museum Folkwang entworfen und das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel saniert.

Und jetzt das Münchner Mahag-Gelände! Die industrielle Prägung soll dabei nicht komplett verschwinden. Die alte Werkstatthalle soll in der jetzigen Form zumindest äußerlich erhalten bleiben. Grünflächen, Dachterrassen und gastronomische Angebote schaffen dagegen eine städtische Atmosphäre. Nach Fertigstellung werden wohl bis zu 2000 Büromitarbeiter das Gelände bevölkern. Laut Markus Trost von Jones Lang LaSalle wünschen sich die Eigentümer für das Büro-Ensemble wenige, dafür aber größere Mieter. Aufgrund der Grundrisse seien die Gewerbeflächen sehr gut teilbar, sagte der Projektentwickler im Bezirksausschuss. Auf einer Etage könnten bis zu 300 Menschen zusammenarbeiten – ohne trennende Türen dazwischen.

Ob der begrünte Innenhof nach Fertigstellung auch für die Allgemeinheit geöffnet werde, könne angesichts der frühen Planungsphase noch nicht beantwortet werden, sagte Trost.

So sieht der Entwurf von Chipperfield aus.

850 Wohnungen entstehe in Laim

SWM-Betriebshof: So könnte das neue Stadtquartier aussehen 

Hoch hinaus: Auf dem Gelände des Bus- und ehemaligen Straßenbahnbetriebshofs in Laim (an der Westend- und Zschokkestraße) soll ein neues Stadtquartier entstehen. Seit gestern ist nun klar, wie es aussehen könnte. Die Sieger des von der Stadt und der Eisenbahner-Baugenossenschaft ausgelobten Ideenwettbewerbs stehen nämlich fest.

Gefragt war hierbei, dass in dem neuen Komplex mindesten 850 Wohnungen (maximal 1100) entstehen – auf einem Gelände von 8,7 Hektar. „Im Sinne einer vielfältigen Mischung und kurzer Wege galt es, neben verschiedenen Wohnungstypen auch Flächen für soziale Infrastruktureinrichtungen inklusive einer Grundschule sowie eine öffentliche Grünfläche vorzusehen”, erklärt Stadtplanungs-Chefin Susanne Ritter.

Und es gibt bei dem Wettbewerb gleich zwei Erstplatzierte. So überzeugte die Jury sowohl das Konzept der Teleinternetcafe GbR Berlin und Treibhaus Landschaftsarchitektur Hamburg – genauso wie der Entwurf der Laux Architekten GmbH München mit dem Studio Vulkan Landschaftsarchitektur aus Zürich. Den 3. Preis erzielte die Riegler, Riewe Architekten GmbH, Berlin mit yellow z, Berlin / lad+ landschaftsarchitektur diekman aus Hannover. Übrigens: Umziehen wird der Busbetriebshof voraussichtlich 2020 – nach Moosach.

Der Bauvorschlag der Laux Architekten GmbH aus München

Diese drei Projekte stehen noch in der Planung. Wir haben bereits vor einer Woche für Sie zusammengefasst, wo in München derzeit aktiv gebaut wird und wie lange die Baustellen dort bleiben.

Carmen Ick-Dietl, Philipp Nowotny

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