Albtraum für Eltern

Münchner Tagesmutter verhaftet - Pressekonferenz im Video

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 Pressesprecherin des Sozialreferats, Hedwig Thomalla, gibt bei der Pressekonferenz Auskunft.

München - Eine Münchner Tagesmutter ist von der Polizei verhaftet worden. Sie soll einen Säugling geschüttelt haben, der Bub ist seitdem auf medizinische Betreuung angewiesen. 

+++ Update: Es ist nicht der erste Fall, wie unser Partnerportal tz berichtet. Die Tagesmutter Anja S. schüttelt im September 2008 den ihr anvertrauten 14 Monate alten Christoph, bis er verstummte.

Die Pressesprecherin des Sozialreferats, Hedwig Thomalla, und die Polizei erteilen in der Presserunde Auskunft zu dem Fall. 

Wie es in einer ersten Mitteilung der Polizei heißt, liegt gegen die Tagesmutter ein Haftbefehl wegen versuchten Totschlags vor. Die Tagesmutter soll das Kind im vergangenen September so heftig geschüttelt haben, dass es schwere Verletzungen erlitten hat. Sie wurde am Mittwoch, 18. Januar 2017, in ihrer Wohnung in Oberföhring verhaftet.

Der damals 10 Monate alte Bub wurde demnach Mitte September 2016 bewusstlos mit dem Notarzt in die Haunersche Kinderklinik eingeliefert, wo man eine schwere Hirnblutung feststellte. Die Ärzte konnten ein sogenanntes Schütteltrauma als eine mögliche Ursache für die Verletzung nicht ausschließen. Die Klinik verständigte deshalb das zuständige Sozialbürgerhaus der Stadt, es stand der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung im Raum. 

Das Kind war zum Zeitpunkt seiner Einlieferung in der Obhut der Tagesmutter gewesen, die beim Wecken des Säuglings ein auffälliges Verhalten festgestellt hatte.   

Im Oktober erstattete das Stadtjugendamt bei der Staatsanwaltschaft München I Anzeige gegen unbekannt wegen schwerer Körperverletzung. Zu diesem Zeitpunkt war unklar, ob das Baby überleben wird, daher ermittelte die Kriminalpolizei. Im Zuge der Ermittlungen wurde ein Gutachten zur Ermittlung der Ursachen der Verletzungen Institut für Rechtsmedizin München in Auftrag gegeben. Dessen Ergebnis lag am 13. Januar 22017 vor.

Laut dem Gutachten ist es eindeutig, dass der Junge ein sogenanntes Schütteltrauma erlitten hat. Und zwar zeitnah zum dem Zeitpunkt, an dem die Tagesmutter den Rettungsdienst verständigt hatte. Deshalb erließ der Ermittlungsrichter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen die Tagesmutter, eine 53 Jahre alte Münchnerin. Sie wurde festgenommen. 

Nach derzeitigem Ermittlungsstand, so die Polizei, ist davon auszugehen, „dass die Tagesmutter die Verletzungen durch ihre Einwirkung verursachte und dabei damit rechnen musste, dass ein möglicher Todeseintritt in dessen Folge naheliegend sei und diesen letztlich in Kauf nahm.“

Das Kind ist seit der Tat verletzt und braucht intensive medizinische Betreuung. Es muss derzeit davon ausgegangen werden, dass irreparable Gesundheitsschäden zurückbleiben werden. 

Im Frühjahr 2014 hatte die Tagesmutter ihre Qualifizierung mit Zertifikat abgeschlossen. Desweiteren finden bei den Tagesmüttern regelmäßige Hausbesuche statt und es besteht regelmäßiger telefonischer Kontakt zu den Aufsichtsbehörden. Zum Person der Tagesmutter gab es zunächst keine weiteren Auskünfte. Ein vergleichbarer Fall ist laut Auskunft der Sprecherin des Sozialreferats in München nicht bekannt.

dop/my/kg

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