Dreiste Lüge

Neue Betrugsmasche: Falscher Polizeibeamter nimmt Rentnerin aus

In München gibt sich ein Mann als Polizist aus und erbeutet Gegenstände im Wert von 200.000 Euro. Wie ungewöhnlich kreativ er dabei vorging - und wie Sie sich schützen können.

München - Ende August hatte ein Mann sich als Polizeibeamter ausgegeben und war so an Informationen über die Lebensumstände einer 71-jährigen Rentnerin gekommen, wie die Polizei mitteilte. Sie erzählte ihm demnach unter anderem von ihren Schließfächern bei der Münchner Bank. Darauf stieg der Täter ein - er erklärte der älteren Frau, bei der Bank gebe es kriminelle Mitarbeiter, die „echte Wertgegenstände durch wertlose Attrappen“ austauschen. Die Polizei würde davon ausgehen, dass dieser Austausch bei ihr bereits stattgefunden habe, log der falsche Polizist. Als „polizeiliche Maßnahmen“ verkaufte der Täter ihr, dass sie ihr Festnetz-Telefon nicht auflegen sollte, um ständigen Kontakt zu ermöglichen - auch nachts. Außerdem riet er ihr, das Haus nicht zu verlassen und niemand anderen einzuweihen.

Ungewöhnlich kreative Vorgehensweise

Die Täter gingen ungewöhnlich kreativ vor: Die Rentnerin wurde dazu aufgefordert, ihre Wertgegenstände bei der Bank abzuholen und sie der „Polizei“ zu übergeben. Dies sei nötig, um zu überprüfen, ob die Straftat tatsächlich stattgefunden habe. Die 71-Jährige stimmte zu und entleerte ihren Tresor, in dem sich Bargeld, Barrengold, Gold- und Silbermünzen befanden. Aus Angst vor den kriminellen Bankangestellten verschwieg sie der Bank, warum sie plötzlich Zugang zu ihren Schließfächern forderte. 

Per Mobiltelefon, durch das die Täter auch während der Aktion ständig in Kontakt zu der Dame standen, lotsten sie sie in die Niedermayerstraße in München, in der die Übergabe stattfinden sollte. Die Männer erklärten der gutgläubigen Frau, dass der Abholer nicht sprechen dürfe, um keine Ermittlungen zu gefährden und die Übergabe deswegen „stumm“ stattfinden solle. Erst ein paar Tage später bemerkte die Betrogene, was passiert war - nach einem Essen mit einer Freundin. Erst dann informierte sie die Polizei. Der Schaden beläuft sich auf etwa 200.000 Euro.

Was Sie beachten sollten

Die Polizei warnt vor Betrügen dieser Art. Folgende Hinweise sollten sie beachten: Zivilpolizisten zeigen nach Aussage der Polizei stets ihren Dienstausweis, um sich zu legitimieren. Im Zweifel sei es ratsam, nach Dienststelle und Namen des fraglichen Polizisten zu fragen und dann bei der genannten Dienststelle anzurufen und sich die Angaben bestätigen zu lassen. Bei Unsicherheit sollten Sie sich auch vor der Wahl des Notrufs 110 nicht scheuen. Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Bogenhausen – mein Viertel“

lr

Rubriklistenbild: © Klaus Haag (Symbolbild)

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