Auf 58.500 Quadratmeter-Areal

Neue Wohnblöcke an der A94 - doch Anwohner haben einige Befürchtungen

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Blick von der Eggenfeldener Straße: Vier bis fünf Geschosse sollen die neuen Wohnblöcke haben.

Auf dem heute noch freien Feld an der Ecke Eggenfeldener-/Hultschiner Straße soll ein neues Quartier mit 390 Wohnungen, einer Kitae, Büros, Einzelhandel sowie privaten und öffentlichen Freiflächen entstehen. Die Nachbarn fürchten Verkehr und Verschattung.

München - Drei Wohnblöcke mit je vier bis fünf Geschossen und Eckpunkten, dazu ein siebengeschossiger Gewerbeblock und ein Hochhaus mit maximal 60 Metern bzw. 15 Geschossen sollen auf dem etwa 58.500 Quadratmeter großen Areal entstehen. Weil es direkt an der A94 liegt, werden dort ein Lärmschutzwall und eine Lärmschutzwand errichtet, zudem sind die Neubauten so platziert, dass sie an der Autobahn ein Stockwerk mehr haben als zur bestehenden Bebauung an der Eggenfeldener Straße. Diese Blockrandbebauung soll zusätzlich vor dem Lärm der täglich 80.000 Fahrzeuge auf der Autobahn schützen.

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Trotzdem fürchten einige Nachbarn zusätzlichen Lärm vor ihrer Haustür. „Da ist auf einmal weniger Lärm auf der Eggenfeldener Straße, Sie rechnen das schön“, schimpfte ein Anlieger bei der Erörterung der Pläne am Mittwochabend in Bogenhausen. „Sie werden weniger Autobahn, aber etwas mehr Eggenfeldener Straße hören“, erklärte der Fachplaner. Man rechne mit einer grundsätzlichen Verkehrssteigerung auf der Straße, nimmt man die Autos aus dem neuen Quartier hinzu, macht das rund 13.500 Autos pro Tag. Heute sind es 12.000.

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Anwohnerin befürchtet „mehr Verkehr und mehr Belastung“

Der Verkehr ist der größte Knackpunkt. Die Tiefgaragen-Einfahrten der Wohnblöcke sollen alle auf die Eggenfeldener Straße laufen. „Mehr Verkehr, mehr Belastung, wir kriegen alle Nachteile im Zamilapark“, ärgerte sich eine Anwohnerin. Warum könne man nicht eine große Tiefgarage mit Zu- und Ausfahrten auf die Hultschiner Straße bauen? Dort liegt derzeit nur die Zufahrt zum Hochhaus, die Stützwände der Autobahnunterführung und ein großer Kanal behindern weitere Tiefgaragen-Ausfahrten. Um den Verkehr in der Eggenfeldener Straße verträglicher abwickeln zu können, werden die vorhandenen Abbiegespuren verlängert. Damit soll es ohne große Staus in alle Richtungen gehen.

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Eine weitere Sorge ist eine mögliche Verschattung. Der Hochhaus-Turm an der Ecke zur Unterführung Hultschiner Straße werde keine Schatten auf den Wohnhäusern an der Eggenfeldener Straße werfen, mit der Bebauung ist man zudem rund 65 Meter von der Straße zurückgewichen. „Das ist ein ausgewachsener Stadtblock“, erläuterte Architekt Florian Krieger, der mit seinem Darmstädter Büro den ersten Peis im städtebaulichen Wettbewerb gewonnen hat.

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Doch auch die neue Allee, die an der Eggenfeldener Straße entstehen soll, nimmt in den Augen mancher Anlieger zu viel Licht weg. An der Ecke Cosimastraße soll ein neuer Platz mit Gastronomieangeboten und Supermarkt entstehen. „Ein urbanes Element fürs ganze Viertel“, so Krieger. Zudem wird es zwischen Lärmschutzwand und Neubauten einen Grünzug zum Spielen und Aufhalten geben sowie ein Fuß- und Radwegenetz von der Hultschiner Straße Richtung Lüderitzstraße.

Carmen Ick-Dietl

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