Bogenhausen

Schreiber Klinik: 120 Mitarbeiter ohne Job, Notaufnahme schließt

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Die renommierte private „Schreiber Klinik“ in Bogenhausen.

Nach der Übernahme durch die Sana Kliniken AG: 120 Mitarbeiter der Bogenhauser Schreiber Klinik sind bald ohne Job. Zudem verliert München eine Notaufnahme.

Als die Sana Kliniken AG im April die Bogenhauser Schreiber Klinik übernahm, kündigte sie schriftlich an, das gesamte Personal zu übernehmen. Nun stehen bald nicht nur 120 Ärzte, Hilfs- und Verwaltungskräfte ohne Job da – sondern München verliert auch eine seiner 18 Notaufnahmen!

Wut und Entsetzen bei Medizinern, Hilfskräften, Reinigungs- und Verwaltungsangestellten. „Bis vor 14 Tagen wurde uns gesagt, dass alle übernommen werden. Vor einer Woche hieß es plötzlich, dass nur examinierte Pflegekräfte wechseln können, also jene, die überall händeringend gesucht werden“, so ein Klinikmitarbeiter.

Weiterbeschäftigung für 20 Prozent weniger Lohn angeboten

90 der 210 Mitarbeiter konnten binnen zweier Tage einer Weiterbeschäftigung zustimmen – für die restlichen 120 Mitarbeiter wird derzeit ein Sozialplan erstellt. „Darunter sind rund 20 Ärzte und Assistenzärzte“, sagt ein Arzt. „Und zig Hilfskräfte, die zum Teil seit 30 Jahren in der Klinik gearbeitet haben.“ Den Reinigungskräften habe man angeboten, in der Servicegesellschaft der Sana AG weiterzuarbeiten. „Dort bekämen sie aber 20 Prozent weniger Lohn.“

Nach tz-Informationen bietet die Sana Kliniken AG aktuell 1,5 Millionen Euro Abfindung an. „Wir werden einfach hängen gelassen“, sagt dagegen der Klinikmitarbeiter.

In zwölf Tagen wird der OP-Betrieb in Bogenhausen eingestellt und in Sendling wiederaufgenommen. Die Sana argumentiere rechtlich auf Basis eines Betriebsüberganges, so der Arzt. Demnach gebe es im neuen Konzept keine Verwendung für die Mitarbeiter. Begründung der Sana AG: Von der Stadt habe sie keine Zulassung für die Bereiche Chirurgie und Innere Medizin erhalten. Der Arzt kontert: „Unseres Wissens wurde die Zulassung für die Innere Medizin nie beantragt.“

Zudem sollen nur 60 der bisher fast 100 Betten der Schreiber Klinik in den Gesundheitscampus integriert werden. „Eine Notaufnahme wird es nicht mehr geben, genauso wenig eine Intensivstation“, sagt der Arzt. Der Wegfall einer der 18 Notaufnahmen in der Stadt ist schon deshalb kritisch, weil die Kapazitäten dort bereits jetzt oft komplett ausgeschöpft sind.

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