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Sinnlose Sommerstraße in Bogenhausen? Anwohner ätzt: „Kinder spielen quasi auf dem Müllplatz“

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Von: Carmen Ick-Dietl

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Ein Anwohner hält die Sommerstraße in Bogenhausen für sinnlos.
Ein Anwohner hält die Sommerstraße in Bogenhausen für sinnlos. © Rehle

Die Sommerstraße in Bogenhausen erzürnt einen Anwohner. Die Maßnahme sei sinnlos, zudem würden die Kinder quasi auf dem Müllplatz spielen müssen.

München – In Bogenhausen wurde in diesen Tagen eine Sommerstraße eingerichtet. Nicht alle Anwohner finden das gut. Für die zeitweise Fußgängerzone wurde die Stuntzstraße, östlich der Walpurgisstraße, zum Teil gesperrt. An der Kreuzung liegt eine ehemalige Buswendeschleife, auch Stuntz- oder Walpurgisinsel genannt.

Auch das Parken ist hier jetzt verboten. Zwei Monate lang soll der Straßenabschnitt als Spielstraße genutzt werden können. Denn am 5. September werden die Blumenkübel und Schilder von der Stadt München wieder abgebaut.

Sommerstraße in Bogenhausen: „Da wird Geld zum Fenster rausgeschmissen“

„Ich finde das einen totalen Blödsinn“, schimpft Wilhelm Kling. Der Seniorenvertreter ist direkter Anlieger der neuen Sommerstraße. Rundherum seien viele Grünanlagen und Spielplätze. Auch die Innenhöfe der Wohnanlagen verfügen nach Klings Schilderung über grüne Freiflächen und Spielmöglichkeiten. „Wozu braucht es da extra eine Spielstraße, da wird Geld zum Fenster rausgeschmissen.“

An anderer Stelle der Stadt hingegen, wo es nicht so viel Grün gebe, hält Kling eine Sommer-Spielstraße für eine durchaus sinnvolle Einrichtung. Es gehe ihm auch nicht um die sechs Kurzzeit-Parkplätze, die nun vor der Bäckerei und dem Lottogeschäft wegfallen. „Das ist einfach generell eine unnütze Maßnahme in unserer Umgebung.“

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Sommerstraße in Bogenhausen: „Kinder spielen quasi auf dem Müllplatz“

Die Bogenhauser Sommerstraße ist eine von insgesamt neun Sommerstraßen in diesem Jahr in München. Zwei davon sind als Spielstraßen gedacht. Sie sollen die Münchner einladen, Straßenräume einmal anders zu nutzen: Zum Spielen, Flanieren und Entspannen.

Mobilitätsreferent Georg Dunkel preist die Sommerstraßen als „zusätzlichen Aufenthalts- und Wohlfühlraum“ an. Für Wilhelm Kling ist das ziemlich unverständlich. Denn in Bogenhausen stehen genau hier mehrere Wertstoffcontainer. „Die Kinder spielen also quasi auf dem Müllplatz.“ Im vergangenen Sommer hatten engagierte Nachbarn bei einem Aktionstag mit Musik die alte Buswendeschleife belebt. So war die Idee einer Sommerstraße aufgekommen.

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