Bald gibt's hier alpenländische Schmankerl

Spektakulärer Umbau: Klo wird Gourmet-Tempel

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So soll das Gourmet-Bistro bis zur Eröffnung aussehen.

München - Da schau her: Das alte Klohäusl am Herkomerplatz in Bogenhausen wird ein Gourmet-Bistro! Es ist nicht der erste Umbau dieser Art in München.

Das Gebäude versteckt sich gerade hinter einem Bauzaun und Planen. Bald soll es soweit sein: Ab Mai/Juni werden hier alpenländische Schmankerl serviert!

Die alte Anlage.

Über fünf Jahre plante das Team der Firma Flowlife Consultancy mit der Stadt München. Sieben Tage die Woche wird offen sein, täglich von 7 bis 23 Uhr. Serviert wird dann vor allem gesunde Küche – zum Beispiel Kindernussriegel, vegetarische Tramezzini, Käse aus den Dolomiten und Schinken aus San Daniele. Beim To-go-Geschäft soll auf Plastik generell verzichtet werden, dafür gibt’s Verpackungen aus nachhaltigen Rohstoffen. 30 Gäste haben in dem neuen Bistro Platz, außen wird es eine Freischankfläche geben. Im Moment wird der Bau entkernt.

Derzeit wird hinter Bauzäunen gewerkelt.

„Das alte Klohaus war ein Schandfleck – endlich passiert was“, sagt Florian Walter von Flowlife Consultancy, der mit seiner Familie selbst in der Nähe wohnt. Der ursprüngliche Zweck des Baus übrigens bleibt erhalten: Geplant ist eine öffentlich zugängliche, wahrscheinlich auch behindertengerechte Toilettenanlage. Und sieht’s bei anderen alten Klohäusln aus:

C. Meyer, J. Welte

Ein zweites Leben fürs Ludwigsbrücken-Häusl?

Schon im Jahre 1901 gab es die Bedürfnisanstalt unter dem östlichen Lager der Ludwigsbrücke, die 1934 bis 1935 neu errichtet wurde. Bis vor etwa 20 Jahren war das Häusl in Betrieb, jetzt hat die Stadt eine Ausschreibung für die 57 Quadratmeter großen Räume gestartet. Ob Kiosk oder Café – eine kleine Freischankfläche wäre drin.

Die Toilettenpionierin: Fräulein Grüneis am Eisbach

Sandra und Henning Dürr sind die Pioniere in München, was die gastronomische Nutzung ehemaliger Toiletten betrifft. 2011 flößten sie dem ehemaligen Häusl am Englischen Garten neues Leben ein: Fräulein Grüneis heißt der Kiosk, grün wegen des Parks, Eis wegen des Eisbaches, der in der Nähe fließt. Es gibt Kaffee, Kuchen, Drinks, alles Bio, und die 1992 stillgelegte Toilette ist auch wieder in Betrieb.

Kunst statt kleiner und großer Geschäfte

Kleine und große Geschäfte wurden Jahrzehntelang in Anja Uhligs Galerie Das KloHäusschen an der Großmarkthalle getätigt. Sie eröffnete 2009 im stillgelegten Klo-Räumen an der Thalkirchner Straße ihr Kunst-Areal. „Es ist ein etwas störrischer Ort, der aber viele Möglichkeiten bietet“, schwärmt die Programmiererin, die die Galerie als Hobby nebenbei betreibt. Was Uhlig gefällt: „Unser Publikum ist nicht versnobt.“

Eis im ehemaligen Biesel-Pavillon

Seit fast zwei Jahren will Eisdesigner Thomas Bartu das ehemalige Pissoir am Holzplatz im Glockenbachviertel in einen Eispalast verwandeln. Jetzt geht der Fall vor Gericht: Bartu will drei Fenster einbauen, die Stadt hat aber nur eines gestattet. Das Ganze kann sich noch Jahre hinziehen. Thomas Bartu: „Und das Klohäusl verfällt immer mehr – ich weiß gar nicht, ob sich das dann noch rechnet.“

Stillstand am Brausebad

Das denkmalgeschützte Brausebad diente einst als Klo und Anwohnern ohne eigenes Bad als Waschmöglichkeit. Die Stadt hat den Bau 2013 in Erbpacht vermietet. Ein Gastronom wollte dort einen Biertempel eröffnen, zuletzt war ein Burger-Laden im Gespräch. Es gibt eine Baugenehmgung, doch gegen die wurde geklagt. Der Umbau ruht.

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