Wie reagierte das Jugendamt?

Tagesmutter in U-Haft hat früher wohl schon zugeschlagen

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In dieser Siedlung in Oberföhring soll die Tagesmutter Baby Lukas misshandelt haben. Unter Verdacht: Die 53-Jährige sitzt in Haft.

München - Sie hat offenbar schon vor zehn Jahren ein Kind geschlagen. Seit Mittwoch sitzt die Oberföhringer Tagesmutter (53) unter dem Verdacht des Totschlagversuchs in der U-Haft.

Am 19. September vergangenen Jahres soll sie das ihr anvertraute Baby Lukas (10 Monate) extrem geschüttelt und ihm irreparable Hirnschäden zugefügt zu haben. Am Montag bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, dass gegen die Tagesmutter bereits im Jahr 2006 ein Verfahren lief. Sie hatte ein nicht mal zwei Jahre altes Kind geohrfeigt. „Das Verfahren wurde gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt“, bestätigte Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl. 

Wie das Jugendamt damals reagierte, lässt sich momentan nicht nachvollziehen: „Die Mitarbeiter von damals arbeiten nicht mehr hier. Wir sind sehr um Aufklärung bemüht“, so Hedwig Thomalla, Sprecherin des Sozialreferates. Direkt nach Bekanntwerden des Vorwurfs waren alle Eltern informiert worden. Auch der Entzug der Pflegeerlaubnis stand im Raum. Jedoch wollte man erst das Gutachten der Rechtsmedizin abwarten. Unter Aufsicht einer zweiten Betreuerin durfte die Frau weiterarbeiten. 

Im Januar bestätigte sich der Verdacht: Laut Gutachten leidet Baby Lukas unter einem Schütteltrauma. Ein Schock für die Eltern: Sie hatten der 53-Jährigen immer vertraut.

Sehen Sie hier noch einmal das Video der Polizei-Pressekonferenz vom 20. Januar

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