CSU meutert gegen Pläne

Tram durch den Englischen Garten? „Es wird eine Bürgerbewegung geben“

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Und so könnte es aussehen: Die Tram soll durch den Englischen Garten führen

Am Mittwoch soll der Startschuss fallen, doch ob die Tramgleise tatsächlich gelegt werden, ist noch gar nicht sicher.

München - Der Startschuss für die Planungen der Tram-Nordtangente soll am Mittwoch in der Vollversammlung fallen. Der Beschluss gilt als sicher, da zuletzt die CSU im Stadtrat signalisiert hatte, dem Beginn der Planungen zumindest mehrheitlich zuzustimmen. In Schwabing jedoch regt sich erneut Widerstand – vor allem in der örtlichen CSU.

Die 13 Kilometer lange Trasse von Neuhausen (Romanplatz) über Schwabing bis nach Bogenhausen (St. Emmeram) würde sieben U-Bahnlinien, sieben Straßenbahnlinien und zahlreiche Buslinien tangential miteinander verbinden. Der Großteil der Gleise liegt bereits, ein etwa zwei Kilometer langer Abschnitt zwischen dem Elisabethplatz und der Tivolistraße würde neu errichtet, davon wiederum würde ein rund ein Kilometer langes Stück auf der bereits bestehenden Straße durch den Englischen Garten führen.

Weitere Varianten sollen auf Wunsch einzelner Fraktionen zudem im Planungsprozess untersucht werden, etwa die Weiterführung der Tram-Nordtangente zur Münchner Freiheit.

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Die örtlichen CSU-Stadträte Walter Zöller, Evelyne Menges, Thomas Schmid und Dorothea Wiepcke werden den Beschluss nicht mittragen. Hintergrund ist, dass die neuen Gleise auch in Franz-Joseph- und Martiusstraße verlegt würden. Menges sagte gegenüber dem Merkur: „Ich halte das Projekt für höchst problematisch in dem dicht besiedelten Bereich.“ Thomas Schmid weist darauf hin, dass nicht nur Parkplätze wegfallen würden. „Die Straßen dort sind viel zu eng für Tramgleise.“ Dorothea Wiepcke hält die Trasse für ein Projekt aus der „rot-grünen Zeit, das jetzt unbedingt durchgedrückt werden soll“. Sie sehe die verkehrliche Dringlichkeit nicht. „Es wäre sinnvoller, für eine U26, eine echte Nordtangente oder den S-Bahn-Nordring Geld auszugeben.“ Die vier Abweichler glauben im Übrigen nicht, dass sich die Trasse mit einer Breite von unter 15 Metern realisieren lasse. „Es ist doch absehbar, dass die Trasse mit Radweg, Fußgängerbereich und Sicherheitsabständen über diese Marke kommt“, sagt Wiepcke.

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Walter Zöller derweil ist bereits seit Jahren ein Gegner des Projektes. „Es geht mir nicht vorrangig um den Englischen Garten, sondern um die wunderbaren Gründerzeitviertel, die durch eine Straßenbahn verunstaltet würden.“ Zöller vermutet, dass es eine „breite Bürgerbewegung“ geben wird, spätestens dann, wenn ein Trassierungsbeschluss vorliegt und irgendwann die Bagger anrollen. Wie zu erfahren war, werden bereits Unterschriften gesammelt, eine Petition soll im Landtag eingereicht werden. 

Sascha Karowski

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