TS Jahn

Warum ein Bogenhauser Sportverein eine Turnhalle auf Stelzen baut

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Dreifachhalle und Wellness: Diesen Sport-Bau will die Bogenhauser Turnerschaft an der Weltenburger Straße. 

Der Sportverein Turnerschaft (TS) Jahn in Bogenhausen platzt aus allen Nähten. Probleme bei der Grundstückssuche haben den Bau einer neuen Sporthalle verzögert. Doch jetzt soll es losgehen.

München - Am Bedarf besteht kein Zweifel. „Wir sind der größte Mehrsparten-Sportverein in München ohne Fußball“, erklärt Vereins-Vizepräsident Werner Gawlik stolz. In den letzten acht Jahren ist der Verein mit Stammsitz an der Weltenburger Straße in Englschalking auf mehr als 5000 Mitglieder gewachsen. „Wir haben einen schönen Zulauf in allen Abteilungen“, berichtet Gawlik. Der Schwerpunkt des Vereins liegt bei Gymnastik und Fitness. Im Kinderturnen ist er sehr breit aufgestellt, zudem hat die Turnerschaft einen Sport-Kindergarten und eine Kindersportschule im Haus.

So schön der Zuwachs ist, so problematisch ist er auch. Denn mittlerweile platzen die Sportstätten des TS Jahn aus allen Nähten. Ohne neue Räume können keine Neumitglieder mehr aufgenommen werden. „Wir mieten bereits Hallenflächen bei der Stadt an“, sagt Gawlik.

Vor drei Jahren wurde deshalb der Plan geschmiedet, eine zusätzliche Dreifach-Turnhalle zu bauen. Die Idee: Man nutzt einfach das leere Grundstück auf der anderen Straßenseite, das offiziell als Sport-Vorbehaltsfläche ausgewiesen ist. Allerdings gehört das Areal nicht der Stadt, sondern privaten Eigentümern. Ein Jahr lang habe die Stadt mit den Grundstücksbesitzern über die Jahn-Pläne reden wollen, berichtet Gawlik. Doch der Verein blieb ohne Antwort. Schließlich stellte man selbst Kontakt her. Tatsächlich hätten die Grundstücksbesitzer nichts gegen eine Halle gehabt, wollten aber auf dem restlichen Teil gerne selbst ein Altenwohnheim errichten. Dem jedoch stimmte die Stadt nicht zu.

Die Grafik zeigt die Jahn-Anlage von oben. 

„Im Grunde haben wir aufs falsche Pferd gesetzt und eineinhalb Jahre verloren“, ärgert sich TS-Vorstand Gawlik. Die Planer mussten wieder von vorne anfangen – auf dem eigenen Grundstück. Nun soll die neue Halle auf Stelzen über den bestehenden Parkplatz gesetzt werden. Weil der Platz nicht ganz reicht, müssen wohl noch drei Tennisplätze geopfert werden. Unten sollen weiterhin die Autos parken können, darüber soll eine wettkampfgerechte Dreifachhalle entstehen, dazu ein Wellnessbereich samt Sauna, die bislang im Keller des Altbaus untergebracht sind.

Der TS Jahn rechnet mit rund zehn Millionen Euro Baukosten. Ein Großteil soll über Zuschüsse von Stadt und Freistaat abgedeckt werden, der Rest wird aus Eigenmitteln und mit Darlehen bezahlt. Die jüngsten Gespräche mit der Lokalbaukommission seien positiv verlaufen, berichtet der Vereinsvorstand. Gestern Abend war das Projekt Thema in der Mitgliederversammlung. Möglichst bald will Gawlik nun die offizielle Bauvoranfrage einreichen. Der Vereinschef rechnet noch in diesem Jahr mit einer Baugenehmigung. Baustart könnte dann in der zweiten Jahreshälfte 2018 sein, Fertigstellung 2020.

Gegenwart und Zukunft: Vereinsvize Werner Gawlik am bestehenden Gebäude. 

Anschließend möchte sich der TS Jahn dann an die Sanierung des Altbestandes machen. „Die Bauten stammen aus den 70er-Jahren und sind nicht mehr bedarfsgerecht“, sagt Gawlik. Eventuell wird aus der kleineren Halle ein fester Standort für die Turnabteilung, die dann die Geräte nicht mehr zeitaufwendig auf- und abbauen muss.

Carmen Ick-Dietl

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