tz-Serie: Reiche Stadt - arme Stadt

Wohnoase: Urlaub daheim für 5000 Euro Miete

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Der Kronleuchter im Esszimmer ist ein paar Tausend Euro wert – hier empfängt Lippert gerne Gäste.
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Der Kronleuchter im Esszimmer ist ein paar Tausend Euro wert – hier empfängt Lippert gerne Gäste.
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Der Starfriseur wohnt in diesem Jugendstilhaus.
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Wolfgang Lippert auf seiner Dachterrasse. Der Starfriseur wohnt in diesem Jugendstilhaus (re.). Links: das Schlafzimmer
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Hingucker: der rote Gang.
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Die Küche mit Essecke.
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Lippert am Bechsteinflügel.
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Unter dem Dach hat sich der Geschäftsmann sogar ein eignes Fitnessstudio eingerichtet

München - Die tz hat sich in der Stadt umgesehen, wie unterschiedlich die Menschen hier wohnen. Heute gibt es einen Einblick in die Wohnung des Star-Friseurs Wolfgang Lippert.

München gilt als teuerste Stadt Deutschlands. Wer hier wohnen will, muss ganz schön was hinlegen: Mit einem Mietpreis von durchschnittlich 12,19 Euro bei Neuvermietungen erreicht die Landeshauptstadt den deutschen Spitzenwert! Für Neubauwohnungen zahlen Mieter im Schnitt sogar 15,70 Euro pro Quadratmeter. Das können sich nicht alle leisten. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum nimmt stetig zu. Seit 2008 hat sich der kommunale Bestand an Sozial- und Belegrechtswohnungen um 4000 reduziert, so dass die Stadt und ihre Wohnungsgesellschaften nur noch über die Belegung von zehn Prozent aller Münchner Mietwohnungen entscheiden können. Die tz hat sich in der Stadt umgesehen, wie unterschiedlich die Menschen hier wohnen. Heute gibt es einen Einblick unter anderem in die Wohnung des Star-Friseurs Wolfgang Lippert.

Wohnoase in Bogenhausen

Die Orchideen für die großen Vasen kommen jede Woche frisch vom Gärtner. Wenn Starfriseur Wolfgang Lippert (56) von der Arbeit in seinen zwei Salons mit 40 Mitarbeitern nach Hause kommt, hat man ihm schon die Betten neu gemacht, aufgeräumt und den Gastro-Kühlschrank wieder aufgefüllt. Lippert kann sich ein Glas Champagner nehmen, hinauf zur Dachterrasse steigen und den Blick über die Stadt schweifen lassen.

„Ich habe keine fünf Rolex oder Oldtimer. Das Einzige, was mir wichtig ist, ist eine Wohn-Oase, in der ich mich vom Alltagsstress zurückziehen kann. Ich will Urlaub daheim machen“, sagt der gebürtige Münchner. Vor sechs Jahren hat er seine Oase gefunden: in Bogenhausen, einen Katzensprung von Feinkost Käfer entfernt, im fünften Stock eines Jugendstil-Hauses. Sieben Zimmer, 260 Quadratmeter, 5000 Euro Miete kalt.

Schon der knallrot gestrichene Gang haut den Besucher um. An den Wänden hängen drei limitierte Portraits aus der Galerie Lumas in der Briennerstraße. Lippert, der Friseur von Paris Hilton, Wayne Carpendale, Lothar Matthäus und Verona Pooth, nutzt seine Wohnung auch für Geschäftstermine und Promi-Besuche. Da müssen die Räume was hermachen. So wie der „Dining Room“, wie Lippert das Esszimmer nennt: Der Kronleuchter aus Murano über dem Tisch für acht Personen kostete einige tausend Euro. Lippert: „Ich mag es, wenn es glitzert.“

Auch seine beiden Töchter (21 und 23 Jahre) hat es mittlerweile in das Wohn-Juwel gezogen. Eine der beiden Studentinnen spielt Klavier, im Wohnzimmer wartet dafür ein Bechstein-Flügel mit Befeuchtungsanlage. Die Akustik ist dank der acht Meter hohen Decken atemberaubend. Die Couchgarnitur hat sich Lippert aus England kommen lassen. „Die Sitzflächen gehen ganz leicht nach hinten, so dass man nicht hinunterrutscht.“

Vom Wohnzimmer geht es hinauf in das Dachgeschoss, das Lippert ausbauen ließ. Ganz vorne steht ein Schreibtisch von Versace, der mit Blattgold besetzt ist. Rechts davon geht es zum Fitnessraum, den Lippert mit seiner persönlichen Trainerin nutzt. Das Herzstück hier oben ist die 15 Quadratmeter kleine, aber feine Dachterrasse mit Blick aufs Maximilianeum. „Da habe ich irrsinnig viel Geld reingesteckt“, sagt der Star-Figaro. So hat er beispielsweise extra den Boden anheben lassen, damit er auch im Sitzen einen guten Überblick hat. Ein Lüftelmaler aus Oberammergau hat Lippert ein Porträt seiner beiden Töchter auf die Terrassen-Wand gemalt. Elektrische Maß-Markisen schützen im Sommer vor der Sonne. „Mit etwas Glück sehe ich sogar die Berge. Und das ist unbezahlbar.“

Christina Meyer und Nina Bautz

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