Westen, Osten, Freiham: Wo neue Wohnungen enstehen

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Paulaner (Foto) zieht nach Langwied - nicht nur auf dem Nockherberg soll neuer Wohnraum entstehen

München - Wo sollen neue Wohnungen entstehen, welche Gebiete können ausgebaut werden? Entstehen auch Grünflächen und Freizeitangebote? Die tz erklärt die wichtigsten Vorhaben der Stadt, die sie „Perspektive München“ getauft hat.

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München boomt: Wie ein riesiger Staubsauger zieht die Stadt Menschen und Arbeitsplätze aus allen Ecken Deutschlands an. Dieses Wachstum in allen Ehren, doch es bereitet auch viele Probleme: steigende Lebenshaltungskosten, immer weniger Platz und horrende Mieten. Die Münchner beschäftigt vor allem das Wohnraumproblem: Mittlerweile gibt es viel zu wenig Wohnungen zu viel zu hohen Preisen. „Ein Drittel der Einwohner muss 40 Prozent seines Einkommens für die Miete bezahlen“, erklärt Oberbürgermeister Christian Ude. „Das muss sich ändern!“ In den nächsten Jahren sollen deshalb bezahlbare Wohnungen gebaut werden, ohne dass die bisherige Lebensqualität darunter leidet. Ein ehrgeiziger Plan, der viele Fragen aufwirft: Wo sollen neue Wohnungen entstehen, welche Gebiete können ausgebaut werden? Entstehen auch Grünflächen und Freizeitangebote? Die tz erklärt die wichtigsten Vorhaben der Stadt, die sie „Perspektive München“ getauft hat.

Susanne Hartung, Christina Lewinsky

Langwied: Paulaner zieht an den Stadtrand

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Wohnen statt Brauen auf dem Nockherberg

Paulaner ist die einzige Münchner Brauerei, die noch an ihrem Ursprungsort steht, doch diese Ära geht zu Ende: Bis 2014 zieht die Traditionsbrauerei wegen Kapazitätsengpässen ans Autobahnkreuz nach Langwied. Verwaltung, Biergarten und die Gaststätte bleiben am Nockherberg. Die Kosten für den Neubau in Langwied liegen im dreistelligen Millionenbereich. Geschäftsführer Andreas Steinfatt: „Wir sind und bleiben eine Münchner Brauerei. Das unterstreicht die geplante Großinvestition.“ Zuvor hatte die Spaten-Franziskaner-Löwenbräu-Gruppe einen Umzug nach Langwied geprüft und verworfen.

Bundeswehr: Buntes Leben auf dem Militärgelände

Aus dem Bundeswehr-Gelände wird Wohnraum

Riesige Areale, die früher das Militär nutzte: Die ehemaligen Kasernen im Norden Münchens spielen eine große Rolle in den Bauplänen der Stadt. Und dort wird’s richtig bunt. Wohnungen, Gewerbe, neue Arbeitsplätze, Schulen und Sportzentren – von allem ist etwas mit dabei. Los geht’s mit den Wohnungen: In der großen Bayern-Kaserne in Freimann sollen rund 7000 Müchner unterkommen. Südlich der Bayern-Kaserne entstehen auch in der halb so großen Funkkaserne viele neue Wohnungen. Die Gewofag übernimmt die Funkkaserne und vergibt die Wohnungen bevorzugt an Genossenschaften und Baugemeinschaften. Und damit die Kleinsten es nicht so weit zur Schule haben, entstehen in beiden ehemaligen Kasernen Grundschulen. Eine weitere Schule, das neue Elite-Sportgymnasium Nord, findet in der Kronprinz-Rupprecht-Kaserne Oberwiesenfeld Unterschlupf. Und neben dem Gymnasium gibt’s hier auch neue Arbeitsplätze: BMW baut dort sein Forschungs- und Innovationszentrum aus. In das Virginia-Depot in Milbertshofen kommen Sportplätze und Gewerbe, in der Prinz-Eugen-Kaserne in Bogenhausen werden rund 1800 Wohnungen mit Büros gemischt.

So verändert München sein Gesicht

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Münchner Osten: Wiesen weichen Wohngebiet

Wiesen, Äcker und Vogelgezwitscher: Im Münchner Nord-Osten ist bislang noch alles unberührt. Das ändert sich vielleicht in Zukunft: In den nächsten Jahrzehnten könnte hier ein komplett neuer Stadtteil für 10 000 Menschen entstehen, vorausgesetzt die S8 und die U4 Richtung Nord-Osten werden ausgebaut. Denn nur so kann das Gebiet, das momentan weit ab vom Schuss ist, besiedelt werden. Gelingt der Ausbau, könnten hier Wohnhäuser, Geschäfte, Sportplätze und Schulen entstehen. Ein großes Anliegen der Stadt: Möglichst viel Grün soll zur Erholung und zum Schutz der Natur erhalten bleiben.

Freiham: Unser neuer Stadtteil im Westen

In Freiham entsteht ein ganz neues Stadtviertel

Westlich von Aubing entsteht ein komplett neuer Stadtteil: Freiham. Rund 20 000 Menschen kommen in den neuen Wohnungen dort unter. Und nicht nur das: Geplant sind ein neuer Schulcampus, jede Menge grüne Wiesen und Alleen, ein Sportpark sowie neue Arbeitsplätze. Damit die Bewohner die City erreichen können, soll die Tram bis Freiham verlängert werden. Ferner gibt es einen eigenen S-Bahnhof auf der Flughafen-Linie S8 mit 10-Minuten-Takt zu den Stoßzeiten. Die Wärmeversorgung Freihams wird besonders umweltfreundlich: Hier entsteht bis 2014 eine Anlage, die Fernwärme aus 100 Prozent Thermalwasser gewinnt.

Zwischen Pasing und Hackerbrücke: Daheim zwischen Bahnlinie und Nymphenburger Schloss

Wer mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof nach Pasing fährt, kann einen Blick auf ein weiteres Ausbaugebiet erhaschen. Entlang der Stammstrecke entstehen an der Arnulfstraße, am Birketweg, an der Paul-Gerhardt-Allee bis Pasing Wohnungen und Bürogebäude. Mehrere Tausend Menschen werden hier also nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch Arbeitsplätze finden. Für den Rest sorgt das neue Ortsteilzentrum in Pasing. Und auch Naturfreunde kommen nicht zu kurz: Mit dem Hirschgarten und dem Nymphenburger Schlosspark sind grüne Naherholungsoasen gleich um die Ecke.

München 2049: Visionen unserer Zukunft

Strec

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