Weiterbau bis Pasing endlich beschlossen

Die U5 bohrt sich in den Westen

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Die U5 endet seit 1988 am Laimer Platz – bald soll es weiter gehen.

München - Seit Jahrzehnten wird über die Verlängerung der U5 vom Laimer Platz bis zum Pasinger Bahnhof diskutiert. Am Dienstag machte der Bauausschuss einstimmig den Weg dafür frei.

Das Baureferat hat die Vorplanungen schon detailliert ausgearbeitet, so dass der Spatenstich 2019 erfolgen könnte. Man darf von sechs Jahren Bauzeit ausgehen. Das Baureferat hat die bisherige Kostenschätzung für die U5 von 350 Millionen Euro auf 547 Millionen Euro kräftig nach oben korrigiert.

Und so soll sich die U5 3,7 Kilometer nach Westen bohren: Vom Laimer Platz verläuft sie unter der Gotthardstraße bis zur Willibaldstraße. Einen oberirdischen Halt wird es in Pasing deshalb nicht geben, da die Bahn nur eines von zwei notwendigen Gleisen zur Verfügung stellen will. Das andere will sie sich für potenzielle Erweiterungen am S-Bahnnetz vorhalten.

Nach Moosach (U3) folgt jetzt der Ausbau in Laim.

Bürgermeister Josef Schmid ist froh: „Als CSU haben wir uns seit Jahren für die U5 nach Pasing ausgesprochen.“ Weitere Schritte zum Ausbau der U-Bahn würden folgen.“ SPD-Fraktionschef Alexander Reissl meint: „Mit der Verlängerung nach Pasing wird das Münchner U-Bahn-Netz sinnvoll erweitert.“ Doch man dürfe die überlasteten Strecken in der Innenstadt nicht aus dem Auge verlieren. Wieso die Grünen zustimmten, erklärt Stadtrat Paul Bickelbacher: „Die Verlängerung der U5 ist angesichts des Bevölkerungszuwachses auf jeden Fall sinnvoll. Außerdem kann sie im Störfall auf der Stammstrecke helfen, die Menschen weiter zu transportieren.“

Der Plan sieht auch vor, dass die U5 später einmal bis nach Freiham weitergebaut werden kann. Dort entsteht derzeit ein neues Stadtviertel für 20 000 Einwohner.

Erster neuer Halt: Willibaldstraße

Die Verlängerung der U5 wird zunächst vom Laimer Platz unter der Gotthardstraße bis zur Willibaldstraße verlaufen. Zwischen der Reutterstraße und der Willibaldstraße soll hier bis 2025 ein komplett neuer U-Bahnhof entstehen. Der 120 Meter lange und 7,80 Meter breite Bahnsteig wird sich dann in einer Tiefe von 11,70 Meter befinden. Die Ausgänge sollen dann im Kreuzungsbereich Gotthardstraße/Reutterstraße beziehungsweise an der Willibaldstraße liegen. In der Nähe befinden sich Tramhaltestellen.

Zweiter Halt: Am Knie

Auch für die zukünftige Haltestelle Am Knie ist ein 120 Meter langer und 7,40 Meter breiter Bahnsteig vorgesehen. Er soll 12,80 Meter unter der Oberfläche liegen. Unter anderem liegen die Ausgänge nach Fertigstellung in knapp zehn Jahren an der Kreuzung Josef-Felder-Straße/Landsberger Straße/Am Knie. Dort wird schließlich auch ein barrierefreies Umsteigen zur Trambahnlinie 19 möglich sein. Für die Bauarbeiten wird dann der komplette Straßenzug Am Knie gesperrt sein.

Dritter Halt: Im Pasinger Tiefbahnhof

Die neue und auch letzte Station unter dem Bahnhof in Pasing liegt besonders tief: 22 Meter unter der Erde rollen die Züge dann herbei. Das ist nötig, damit die Trasse in Zukunft Richtung Freiham unter der Würm hindurch zusätzlich verlängert werden kann. Von den heutigen Radler- und Fußgängertunnels aus soll der Zugang zum am östlichen Ende zum U-Bahnhof möglich sein. Der Mittelbahnsteig soll deutlich breiter sein als an den anderen neuen Stationen. Er ist mit stattlichen 10,20 Metern geplant.

Das sagen die Münchner

Neue Linie hätte Vorteile

Die neue Linie hätte auf jeden Fall viele Vorteile. Dann gäbe es bei uns in Pasing nicht nur die S-Bahn und die Tram. Die U-Bahn würde ich dann auch bevorzugen.

Katarina Pavelic (65), Rentnerin

Es ist gut so, wie es ist!

Das muss nicht sein! Wir sind mit Bus, Tram und S-Bahn gut vernetzt. Das Geld sollte man in soziale Projekte investieren. Baustellen gibt es genug.

Martina Schmelcher (52), Versicherungsangestellte

Sehr gut, aber nicht notwendig!

Es wäre für mich eine weitere Alternative. Berufsbedingt muss ich täglich in die Innenstadt. Sollte die S-Bahn nicht fahren, ist man dann auf der sicheren Seite. Die Verkehrsanbindung halte ich aber schon jetzt für ausreichend.

Klaus Oldigs (66), Physiker

Johannes Welte, Johannes Heininger

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