Der Tag nach der Bombe

Polizei: Splitter flogen 300 Meter weit

München - Es ist der Tag danach: Nachdem die Fliegerbombe am Dienstagabend detoniert ist, dürfen die Ersten wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Verfolgen Sie hier die aktuellen Entwicklungen:

+++ 18.27 Uhr: Einer, den es besonders hart traf, ist Ronny Kleiner. Kleiner befindet sich nach eigenen Angaben im „Schockzustand“. Durch die Detonation ist sein Modegeschäft in der Feilitzschstraße vollständig ausgebrannt. „Dass es so schlimm aussieht, hätte ich nicht gedacht. Ich dachte, ich komme da hin und fege die Glasscherben weg. Aber hier sieht es aus wie nach einem Bombenanschlag in Tel Aviv“, sagte der 39-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur dapd. Mit dem gerade erst frisch renovierten Laden habe er seine ganze Existenz verloren.

+++ 17.33 Uhr: Anwohner berichten, dass der Brandgeruch immernoch in der Luft liegt.

+++16.50 Uhr: Nach der Begehung des betroffenen Viertels sagte Oberbürgermeister Christian Ude, es sehe dort aus, "wie nach einer Straßenschlacht".

Absperrbänder, Hunderte Sandsäcke und Dutzende Einsatzwagen erinnern am Mittwoch noch an den Bomben-Krimi aus der Nacht. Schaulustige Touristen tummeln sich scharenweise um den „Katastrophenort“.

+++ 16.20 Uhr: Nach ersten Erkenntnissen sind mindestens 17 Gebäude beschädigt worden. Das sagte Shahram Valamehr von der Münchner Lokalbaukommission am Mittwoch.

+++ 15.53 Uhr: Gute Nachrichten vom Statiker: „Es sind Fenster, Türrahmen und Türen kaputt gegangen, aber die Gebäude sind nicht einsturzgefährdet“, sagte der Vizepräsident der Bayerischen Ingenieurskammer-Bau, Norbert Gebbeken der dpa.

Die Häuser würden nun zunächst von außen überprüft. Anschließend müssten die tragenden Konstruktionen bewertet werden, die in Schwabing teils aus Holz oder aus Mauerwerk bestünden.

Der Experte für Explosions- und Katastrophenschutz verteidigte die kontrollierte Sprengung - trotz der entstandenen Schäden. Gebbeken gab zu bedenken, eine unkontrollierte Explosion der Weltkriegsbombe hätte mehrere Gebäude zum Einsturz gebracht. Die Wirkung sei dann vergleichbar mit einer terroristischen Autobombe. „Dann würden wir in einem Umfeld von 30 bis 50 Metern wirkliche Schäden an der tragenden Struktur der Gebäude gehabt haben“, sagte er. Im Abstand von 30 Metern hätten auch Gebäude einstürzen können.

+++ 15.01 Uhr: Beunruhigend: Es könnten immer noch Bomben auf dem Grundstück liegen. "Man kann nicht davon ausgehen, dass alles, was im Boden drin ist, jetzt weg ist", sagt Andreas Heil von der Firma Tauber. Er übt auch Kritik an den Medien: Man habe am Montag noch den Sprengmeister in Bombennähe fotografiert, weil die Presse das so wollte. Dabei sei das "viel zu gefährlich" gewesen. Schaulustige hätten zusätzlich die Arbeiten behindert.

+++ 14.54 Uhr: Mieter und Hausbesitzer können ihre Schäden bei ihrer Versicherung geltend machen. Die Versicherungskammer Bayern, die rund 70 Prozent der Wohngebäude im Freistaat versichert hat, hat am Mittwoch mit der Aufnahme der Schäden begonnen. Explosionsschäden am Haus seien durch die Gebäudeversicherung gedeckt, sagte Sprecherin Claudia Scheerer der dpa. Für Schäden in der Wohnung sei die Hausratsversicherung zuständig. Die Allianz-Versicherung teilte mit, dass sie bei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg grundsätzlich zahlt, selbst wo Kriegswaffenschäden im Vertrag eigentlich ausgenommen seien.

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+++ 14.41 Uhr: Kleiner PK-Nachtrag: Bis 17 Uhr soll die zweite Runde der Begehungen abgeschlossen sein. Dann dürfte auch feststehen, ob eines der Gebäude einsturzgefährdet ist.

+++ 14.30 Uhr: Fazit der PK: Wie viele Häuser beschädigt sind und wie es mit der Schadenssumme aussieht, ist bislang unklar. "Es war klar, dass es Schäden geben würde", sagt der Vertreter des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Neben geborstenen Fenstern seien vor allem Fassadenschäden entstanden. Insgesamt - da sind sich Stadt, Polizei und Feuerwehr einig - könne man eine "glimpfliche Bilanz" unter die Sprengung ziehen.

+++ 14.29 Uhr: Eine - vor allem für die Hausbesitzer - spannende Frage dürfte sein, wie die Schäden reguliert werden. Ein Vertreter der Stadt München versichert, die Stadt wolle schnell handeln, damit allen Betroffenen zügig geholfen wird.

+++ 14.23 Uhr: Die Feuerwehr erklärt, was viele interessiert: Warum wurde das Heu nicht gewässert? Antwort: Die Ballen hätten sich zu "Geschossen" entwickelt.

+++ 14.18 Uhr: Schmidbauer lobt vor allem die Münchnerinnen und Münchner: "Wir mussten die Bevölkerung nur selten mit Nachdruck auffordern, die Sperrzone zu verlassen." Außerdem bekräftig der Polizeipräsident, dass das Ausmaß der Sperrung "absolut notwendig war". Es seien "glühendheiße Bombenteile" bis an den Rand der Sperrzone gefunden worden. "Die Gefahrenabwehr hat auch bei der Aufhebung der Sperrzone absoluten Vorrang", so Schmidbauer.

+++ 14.12 Uhr: Jetzt spricht Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer.

+++ 14.10 Uhr: Genaue Schadenssummen kann Fiebach noch nicht nennen. "Derzeit läuft die zweite Runde der Begehung durch die Lokalbaukommission", erklärt Fiebach.

+++ 14.08 Uhr: Den Anfang macht Branddirektor Jörg Fiebach. Er spricht das aus, was wohl viele denken: "Das Wichtigste ist: Es gab keine Verletzten."

+++ 14.04 Uhr: Die Pressekonferenz in der Erlöserkirche beginnt.

+++ 13.37 Uhr: Statiker untersuchen immer noch rund um den Fundort Gebäude auf Schäden und bauliche Sicherheit. Akute Einsturzgefahr bestehe nicht, versicherte ein Feuerwehrsprecher.

+++ 13.26 Uhr: Betroffen ist auch das Bürogebäude der von Bernd Eichinger gegründetem Film-Produktionsfirma Constantin.

+++ 13.21 Uhr: Der Oberbürgermeister glaubt nicht, dass alle Anwohner noch am Mittwoch zurück in ihre Wohnungen können. Er gehe davon aus, dass sie noch „etliche Tage abwarten“ müssen. Ude spricht gegenüber der dpa vom "Ausnahmezustand".

+++ 12.25 Uhr: Nachbarschaftliches Angebot: Die Besitzer des Schwabinger float Centers wollen ihre Duschen zur Verfügung stellen - für die Anwohner, die nicht in ihre Wohnungen und folglich nur schwer zum Duschen kommen.

+++ 11.52 Uhr: Eine Kollegin aus der Münchner Lokalredaktion ist vor Ort: "Fast alle Gebäude haben zerbrochene Fenster, ein Geschäft ist komplett ausgebrannt", berichtet sie. Für Anwohner und Geschäftsleute wurde ein Servicepoint eingerichtet - vor allem letztere seien sehr besorgt um ihre Läden. Feuerwehr und Polizei sind noch vor Ort, im Krater liegen Heu und Reste der Bombe.

+++ 11.47 Uhr: Die Polizei liefert einen kurzen Einsatzbericht: 600 Beamte waren insgesamt in den vergangenen Tagen vor Ort (die Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst kommen noch dazu!). Am Nachmittag (14 Uhr) soll es weitere Details - und vielleicht einen ersten Schadensüberblick - geben.

+++ 11.35 Uhr: Viele haben gestern Abend gefilmt - wir zeigen Ihnen eine Zusammenstellung der spektakulärsten Videos von der Sprengung.

+++ 11.30 Uhr: Sind Sie betroffen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion und schildern, wie Sie die Bombennacht erlebt haben!

+++ 11.25 Uhr: Experten verschaffen sich gerade vor Ort einen Überblick über die Schäden. Wie hoch diese sind, war zunächst unklar. Statiker begutachteten auch die Bausubstanz der Häuser rund um die Fundstelle der Bombe. „Momentan ist von keinem einsturzgefährdeten Gebäude die Rede“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Nach der Begutachtung sollten die Aufräumarbeiten beginnen.

+++ 10.36 Uhr: Oberbürgermeister Christian Ude hat sich vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht. "Ich denke, dass die Vorgehensweise absolut fehlerfrei war. Man hätte auf keinen Fall länger warten können“, sagte Ude der dapd am Mittwochmorgen mit Blick auf die Arbeit der Bombenexperten.

+++ 10.30 Uhr: Wo kommt die Bombe her, was sagt der Grundstückseigentümer und wie viele Blindgänger liegen unter der Stadt? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen zur Fliegerbombe.

+++ 10.02 Uhr: Am Nachmittag sollen die Bewohner des engeren Umkreises der Detonation kurz in ihre Wohnungen dürfen - aber nur, um das Nötigste zu holen. Einige werden laut Feuerwehr warten müssen, bis Statiker die Gebäude untersucht haben.

+++ 9.18 Uhr: Auch die Stadtwerke München (SWM) haben sich auf die Sprengung vorbereitet. Ein SWM-Spezialteam war den ganzen Tag im Bomben-Einsatz, um notfalls Strom- und Wasserleitungen zu kappen.

+++ 9.12 Uhr: Am Vormittag soll eine Ortsbegehung stattfinden. Man werde dann die Schäden begutachten - und entscheiden, wann die Anwohner, die die Nacht in Notunterkünften verbrachten, wieder in ihre Wohnungen dürfen.

+++ 9.08 Uhr: Keine Einschränkungen bei der U6!

+++ 9.05 Uhr: Bange Stunden für viele Hausbesitzer rund um den Ort des Geschehens: Ob ihre Häuser stark beschädigt sind? Wie die Anwohner im engsten Radius um die Fundstelle dürfen auch sie noch nicht an die Häuser heran. Zudem werden nun Statiker die Gebäude begutachten müssen.

+++ 8.40 Uhr: Dieter Posorski vom Münchner Sprengkommando ist zufrieden mit der Sprengung. Allerdings: „In der näheren Umgebung sind fast alle Scheiben kaputt gegangen.“ Er erklärt außerdem, warum man sich letztlich für die Sprengung entschieden hat: Bei der Bombe, die sich etwa einen Meter tief im Erdboden befunden habe, handelte es sich um eine Fliegerbombe mit Langzeitzünder, der durch eine Glasampulle mit Aceton ausgelöst werden sollte. Eine Entschärfung sei deutlich schwieriger als bei einer rein mechanisch funktionierenden Bombe mit Aufschlagzünder. Nur rund zehn Prozent der Sprengbomben waren nach Expertenangaben mit derartigen Langzeitzündern ausgerüstet.

+++ 8.30 Uhr: Die Feuerwehr weist noch einmal darauf hin, dass Betroffene über das Bürgertelefon (089/23 53 55 55) Infos einholen können.

+++ 8.20 Uhr: Geschäftsleute beklagen sich: Sie müssen wegen der Sperrung nicht nur Umsatzeinbußen hinnehmen, sondern seien auch unzureichend informiert worden.

+++ 8.05 Uhr: Der Evakuierungsbereich umfasst nun noch Leopoldstraße 39 – 41, Haimhauserstraße, Ursulastraße, Feilitzschstraße, Werneckstraße, Wagnerstraße, Siegestraße und Fendstraße.

+++ 7.45 Uhr: Wenige Stunden nach der Sprengung der Fliegerbombe sind die ersten Anwohner wieder nach Hause zurückgekehrt - wie viele, ist allerdings noch nicht bekannt. Der Evakuierungsbereich sei am frühen Mittwochmorgen verkleinert worden, teilte die Feuerwehr München mit.

+++ 7.30 Uhr: Die Sperrung der U6 hatte in der Nacht noch Bestand. Wie die Polizei mitteilt, musste erst ein Statiker die Strecke abgehen und überprüfen, ob die Strecke wieder freigegeben werden kann.

kb/mes/dpa/dapd

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