Bombe: Stadtwerke dichten Gasleitungen mit Ballons ab

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Abschleppwagen bringen in der Feilitzschstraße Autos aus der Gefahrenzone.

München - Auch die Stadtwerke haben sich am Dienstag auf die Sprengung vorbereitet: Ein SWM-Spezialteam war den ganzen Tag im Bomben-Einsatz, um notfalls Strom- und Wasserleitungen zu kappen.

Der Schwabinger Bombenfund hielt auch die Münchner Stadtwerke in Atem. Die SWM waren den ganzen Tag mit einem Team von Spezialisten vor Ort, um notfalls Strom- und Wasserleitungen zu kappen. Außerdem bohrten sie am McDonald’s sowie am Karstadt „Kopflöcher“ in die Gasleitung.

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Kurz vor 18 Uhr pressten die Arbeiter des SWM-Sicherheitsservice Kunststoffballone in die Gas-Rohre, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Bettina Hess. Die Ballone in Form einer großen Melone wurden im Rohr mit Luft gefüllt, um die Gasleitungen abzudichten. „Damit unterbrechen wir den Kreislauf“, erklärte Hess. Im schlimmsten Fall könne zwar das verbleibende Gas in der Leitung verpuffen, eine Explosion sei jedoch nicht zu befürchten. Mögliche Beschädigungen an der Leitung könne man anschließend an kleinen, austretenden Flammen erkennen und die Löcher stopfen.

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

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Die Wasserleitungen lasse man absichtlich nicht leerlaufen, sagte Hess. Sollten tatsächlich Schäden durch eine Bomben-Explosion entstehen, könne man die Lecks leichter finden, wenn dort Wasser austritt. „Wir werden sowieso alles prüfen und durchmessen, wenn die Sache vorbei ist.“

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Die Bombe legte auch Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahm. Am Montag rauschte die U-Bahn ab zirka 20 Uhr durch den Bahnhof der Münchner Freiheit, ohne zu halten. Am Dienstag ab 16 Uhr stoppten die U3 und U6 dann auch nicht mehr an der Giselastraße, dem Bonner Platz und der Dietlindenstraße. Außerdem konnte die Tramlinie 23 nicht an der Münchner Freiheit stoppen, sie fuhr ab Haltestelle Parzivalplatz zum Scheidplatz. Die Tram 27 passierte ohne Halt den Kurfürstenplatz. Die Buslinien 53, 54, 112, 144 und 154 mussten großräumig umgeleitet werden. Die Fahrgäste wurden mit Durchsagen sowie Lauftexten an den Haltestellen informiert.

Die Stadtwerke wollten auch den 2500 Menschen helfen, die ihre Wohnungen räumen mussten. Am frühen Dienstagabend entschlossen sich die SWM, die Duschen in ihren Bädern für die kurzzeitig Heimatlosen zu öffnen. Für die kostenlose Körperpflege standen das Bad Georgenschwaige (Belgradstraße 195), das Nordbad (Schleißheimer Straße 142), das Cosimabad (Cosimastraße 5) sowie die Olympia-Schwimmhalle bereit.

Thomas Schmidt

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