Polizei nimmt Münchner noch am Flughafen fest

Bombendrohung kam vom eigenen Handy

Verona - Er war spät dran, viel zu spät. Der Münchner Sportjournalist Tobias W. (27) wollte am Mittwochfrüh mit dem Air-Dolomiti Flug EN 8074 von Verona nach Wien, wollte bei der Fußball-Europameisterschaft Interviews führen.

Doch er schaffte es nicht rechtzeitig zum Check-In und durfte nicht mehr an Bord. Anstatt aber auf den nächsten Flug zu warten, wählte er per Handy den Notruf: In dem Flugzeug sei eine Bombe, drohte er …

Es ist 11.15 Uhr, als der Alarm bei der Flughafenpolizei eingeht – nur fünf Minuten, bevor die Maschine auf die Startbahn des Flughafens Valerio Catullo rollen soll. Die 16 Passagiere wollen gerade an Bord der kleinen, 42-sitzigen Regionalmaschine, als die Einsatzkräfte anrücken.

„Der Anrufer hat auf Italienisch und Deutsch von einer Bombe im Namen Allahs gesprochen und damit das ganze Anti-Terror-Aufgebot der Polizei ausgelöst“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums von Verona.

Groß-Alarm bei Polizei, Finanzpolizei, Carabinieri, Feuerwehrleuten und Grenzmilitär! Sie filzen die Maschine von vorne bis hinten, der Flughafen wird für mehrere Stunden geschlossen, zwei ankommende Flüge werden ins nahe Brescia umgeleitet. Von einer Bombe aber ist weit und breit keine Spur.

Dafür enttarnen die Behörden den Urheber des verrückten Plans: Der Mann geht nämlich nach seinem eigenen Anruf erneut zum Flugschalter von Air Dolomiti. Das ist sein Fehler! „Ich habe gehört, dass die Maschine noch nicht startbereit ist“, sagt Tobias W. Ob er noch mit an Bord dürfe? Was der Münchner nicht sieht: Auf den Anzeigetafeln des Flughafens steht noch kein Wort von der Bombendrohung. Woher also kann er davon wissen?

Das Flughafenpersonal informiert sofort die Polizei – Tobias W. steht unter Verdacht. Als sich schließlich herausstellt, dass der Anruf von seinem Handy kam, wird er vorübergehend festgenommen. Nach Feststellung der Personalien darf der 27-Jährige aber wieder gehen.

Jetzt muss der Reporter neben den Schadensersatzforderungen der Luftlinie und der Passagiere mit einer Anzeige wegen falschen Bombenalarms rechnen. Air Dolomiti: „Wir prüfen, ob wir gegen den Mann rechtliche Schritte einleiten.“ In Italien stehen auf dieses Vergehen zwischen sechs Monaten und einem Jahr Gefängnis.

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Die Passagiere des Flugs EN 8074 kamen schließlich doch noch in Wien an: Statt um 11.20 Uhr hob die Maschine allerdings erst drei Stunden später ab. Tobias W. war übrigens nicht an Bord.

Frederik Lang, Mario Volpe

Quelle: tz

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