Boot erheblich beschädigt

Nach tödlichem Gardasee-Unfall: Duo aus München haut einfach ab - Taucher stundenlang im Einsatz

Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München.

Update vom 22. Juni, 9.55 Uhr: Zwei Italiener sind bei einem Zusammenstoß mit einem Motorboot auf dem Gardasee ums Leben gekommen. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung gegen zwei Anfang 50-jährige Münchner, die an Bord des beteiligten Schnellbootes waren. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge seien die beiden Verdächtigen auf freiem Fuß, müssen sich aber zur Verfügung halten. Demnach stand noch das Ergebnis eines Tests auf Alkohol beziehungsweise Drogen aus.

„Die beiden deutschen Herren sind in ihre Porche eingestiegen und nach München zurückgekehrt“, berichtet die italienische Zeitung lastampa. Die Staatsanwaltschaft Brescia hat eine Autopsie der Leichen der beiden Opfer angeordnet. Sie findet am heutigen Dienstag (22. Juni) statt. Die Beleuchtung der Boote sei laut der Zeitung ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ermittlungen. „Wir hörten einen Knall und sahen einen dunklen Schatten, als das Motorboot vorbeifuhr, ohne auch nur langsamer zu werden“, werden Augenzeugen zitiert. Es wurde außerdem spekuliert, dass das Motorboot beim Aufprall mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs war

Erstmeldung vom 21. Juni, 13.15 Uhr: Brescia/München - In der Nacht vom 19. auf den 20. Juni kam es in den Gewässern des Gardasees (Brescia) zu einem tragischen Bootsunfall. Bei der Kollision zweier Boote starben ein 37-Jähriger und eine 25-jährige Italienerin. Die italienische Polizei ermittelt nun gegen zwei Münchner, die an dem Unfall beteiligt gewesen waren. Das bestätigten die Carabinieri am Montag (21. Juni) auf Nachfrage der dpa.

Tödlicher Bootsunfall: Italienische Polizei ermittelt gegen Münchner wegen „fahrlässiger Tötung“

Wie italienische Medien am Sonntag (20. Juni) berichteten, wird gegen die Deutschen nicht nur wegen Totschlags, sondern auch wegen „fahrlässiger Tötung“ ermittelt. Die Münchner hätten sich an Bord des gemieteten Riva-Motorboots befunden, welches in der Nacht das kleinere Boot der zwei Toten rammte. Der 37-Jährige starb wohl noch an der Unfallstelle.

Die Küstenwache fand die Leiche des Mannes in dem kleinen Boot, das an dem Ufer von Salò am Gardasee angespühlt wurde. Das Boot hätte enorme Schäden aufgewiesen, wie die italienische Zeitung „Giornale di Brescia“ berichtet.

Nach Bootsunfall am Gardasee: Duo aus München flüchtet einfach

Da Frauenkleider an Bord des Bootes gefunden wurde, suchte man den ganzen Tag nach einem zweiten Opfer. Die Gruppe der freiwilligen Taucher von Garda suchten in Zusammenarbeit mit der Mailänder Feuerwehr und der Küstenwache den ganzen Tag nach der Leiche der jungen Frau. „Wir sind morgens um 8.30 Uhr im Wasser“, erklärt einer der Taucher der Zeitung. „Wir haben an vielen Stellen das Sonar unter dem Boot abgesenkt“. Das Sonar sendet Wellen wie ein Radar aus und sucht nach Körpern oder Objekten unter der Wasseroberfläche

Am Nachmittag fanden sie schließlich die 25-Jährige. Die Leiche wurde aufgrund der Wucht des Aufpralls mit teilweise amputierten Beinen gefunden, wie die italienische Zeitung berichtet. Die deutschen Touristen aus München, die das kleine Boot der Toten gerammt haben sollen, seien nach dem Zusammenprall einfach geflüchtet. (tkip/dpa)

Rubriklistenbild: © Gabriele Strada/ dpa

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