Raquel (1 Tag alt) lag im Hausflur

Borstei sucht nach der Mutter des ausgesetzten Babys

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An der Haustüre hängt ein rosa Plakat - mit einem Appell an die Mutter.

München - Die Borstei in Moosaach ist fassungslos:Wer hat die kleine Raquel im Hausflur in einem Korb abgelegt? Allen geht das Schicksal zu Herzen, die ganze Siedlung sucht nach der Mutter.

Armes, kleines Baby, warum mag dich deine Mama nicht? Ein Findelkind macht die Bewohner in der Borstei (Moosach) derzeit fassungslos. Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr entdeckte eine Frau einen Weidenkorb im Hausflur. Darin lag eingebettet in Tücher und einem Kopfkissen ein neugeborenes Mädchen. Auf dem Kind lag ein handgeschriebener Zettel: „Bitte kümmern Sie sich gut um sie. Ich kann es nicht! Ein Tag alt und heißt Raquel.“

Apothekerin Monika Schübel bietet der Mutter des Findelkindes Hilfe an.

Die Mieterin, die selbst gerade schwanger ist, alarmierte sofort den Rettungsdienst und die Polizei. Das kleine Findelmädchen wurde ins Krankenhaus gebracht. Hier stellten die Ärzte fest: Das erst ein Tag alte Baby ist bis auf eine leichte Unterkühlung wohlauf! Nach weiteren Untersuchungen stand außerdem fest: die kleine Raquel kam ohne ärztliche Hilfe auf die Welt. „Dafür spricht, dass die Nabelschnur nicht fachmännisch abgetrennt war“, sagt Polizeisprecher Sven Müller. Raquel ist jetzt das Gesprächsthema schlechthin unter den mehr als tausend Bewohnern der Borstei. „Uns allen geht das Schicksal der kleinen Raquel sehr zu Herzen“, sagt Apothekerin Monika Schübel. Und deshalb hat die Unternehmerin zwei große Plakate geschrieben: „An die Mutter des Findelkindes, melden Sie sich in der Apotheke. Wir haben Schweigepflicht. Sprechen Sie mit uns vertraulich!“

Ein Plakat hat Monika Schübel direkt an die Haustür geheftet, hinter der die kleine Raquel abgestellt worden war. Das andere hängt in einem Aufsteller vor der Einhorn-Apotheke. „Unsere Hoffnung ist, dass sich die Mutter an uns wendet. Wir sind gerne bereit, Hilfe und Unterstützung zu vermitteln“, sagt Schübel.

Polizei sucht Zeugen

Die Apothekerin glaubt, dass die Mutter des Findelkindes bewusst die denkmalgeschützte Wohnsiedlung ausgewählt hat. „Die Borstei ist wie eine Babyklappe. Hier passt jeder auf jeden auf, hier wird Nachbarschaftshilfe groß geschrieben.“

Die Polizei sucht nun Zeugen, die am Mittwochmorgen eine Frau mit einem geflochtenen Korb samt auffälligem blauen Tuch in der Borstei gesehen haben. Hinweise an die Polizei unter Telefon 089/29100.

jam

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