Zweiter Mann vermisst

Münchner Volker K. stirbt unter Lawinenmasse

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Volker K. (41) aus Sendling starb an der Schöntaufspitze

Bozen/München - Eine Lawine hat in Südtirol mindestens drei Todesopfer gefordert, unter ihnen der Münchner Volker K. (41). Ein weiterer Münchner, Christoph R. (32), wird noch unter den Schneemassen vermisst.

Der nicht endende Winter lockt mit seinen Schneemassen noch immer die Tourengeher in Scharen auf die Gipfel der Alpen. So auch im Ortlergebiet. Hier nehmen Variantenfahrer gerne den Lift zur Madritschhütte am Fuße der Schöntaufspitze (3214 m) und fahren dann über das Madritschjoch abseits der Piste ins Tal. So auch am Ostermontag gegen Mittag. Es herrschte erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3), als sich auf etwa 3000 Metern Höhe eine Nassschneelawine löste und niederging. Dabei wurden auf rund 2400 Metern vier Skifahrer verschüttet. Eine andere Gruppe von Skitourengehern beobachtete das Unglück und schlug um 13.10 Uhr Alarm. Die Wintersportler gruben selbst nach den Verschütteten.

Sofort rückten die Helfer der Bergrettung Sulden und Trafoi aus, zwei Rettungshubschrauber unterstützten die Suche. Für drei verschüttete Skifahrer kam jede Hilfe zu spät. Als die Retter eintrafen, war eine Person bereits tot ausgegraben, eine zweite zur Hälfte. Ein dritter Variantenfahrer, der einen Lawinen-Airbag bei sich trug, hatte diesen verloren und wurde in der Nähe tot entdeckt.

Der vierte Skifahrer – Christoph R. (32) aus München, Mitarbeiter von BMW – konnte bis Montagabend nicht gefunden werden. Die Toten wurden in die Leichenkapelle des Schlanderser Krankenhauses gebracht. Bei ihnen handelt es sich um zwei Männer (50, 60) aus Trient und den Münchner Volker K., der in Sendling wohnte. Eine Nachbarin: „Er war ein so freundlicher Mensch, immer gut gelaunt. Ich bin tief betroffen.“

Gestern suchten die Helfer verzweifelt weiter nach Christoph R., die Suche gestaltete sich schwierig, die Schneemassen türmten sich im Lawinenkegel bis zu 15 Meter auf. „Außerdem ist der nasse Schnee nachts gefroren, er ist hart wie Beton“, so ein Helfer der Bergrettung zur tz. Zum Teil seien die Sonden zu kurz und müssten verlängert werden Erschwert werde die Suche, weil Christoph R. keinen Lawinenpiepser bei sich trug.

Johannes Welte, Sebastian Arbinger

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