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BR-Symphonieorchester will neuen Konzertsaal bauen

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Das BR-Symphonieorchester wechselt derzeit zwischen dem Herkulessaal in der Residenz und der Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum.

München - Schon seit Jahren wirbt das BR-Symphonieorchester für einen neuen Konzertsaal. Mit der neuen Regierung hofft der Manager, die Debatte nun wieder in Schwung zu bringen.

Der neue Manager des BR-Symphonieorchesters, Nikolaus Pont, will die Münchner Konzertsaaldebatte wieder in Schwung bringen. „Wir haben einen langen Wahlkampfsommer hinter uns, in dem Projekte dieser Art traditionellerweise nicht so im Zentrum stehen“, sagte Pont der Nachrichtenagentur dpa. Sobald das Amt des Kunstministers wieder besetzt sei, werde man den Gesprächsfaden mit der Staatsregierung wieder aufnehmen.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte sich mehrfach für einen neuen Münchner Konzertsaal ausgesprochen. Auch der frühere FDP-Kunstminister Wolfgang Heubisch, dessen Partei bei der Landtagswahl aus dem Maximilianeum gewählt wurde, wollte das Projekt voranbringen und favorisierte als Standort die Museumsinsel. Allerdings würde der Saal dort mit den Ausbauplänen des Deutschen Museums konkurrieren. Skeptisch hatte sich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) geäußert, der bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr nicht mehr antritt.

Das Haus soll Treffpunkt für alle Klassikfans werden

Falls auf der Museumsinsel wegen der Platzansprüche des Deutschen Museums diese Grundvoraussetzungen nicht zu erfüllen seien, müssten andere Standorte wie der sogenannte Finanzgarten nahe dem Odeonsplatz noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden, betonte Pont. Das Haus müsse ein Treffpunkt für alle Klassikfans werden; es dürfe „nicht nur aus dem Auditorium und ein paar Foyerräumlichkeiten“ bestehen, sondern müsse auch genug Platz für Vermittlungsprogramme, für Logistik und Administration bieten. „Junge Leute müssen dorthin kommen und sagen, das ist ja wirklich cool hier.“

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Pont hatte zum Saisonbeginn Stephan Gemacher als Orchestermanager abgelöst, der als Chef der Luxemburger Philharmonie in das Großherzogtum gewechselt ist. Das BR-Symphonieorchester und sein Chef, Stardirigent Mariss Jansons, werben seit Jahren für einen neuen, akustisch und architektonisch hochwertigen Konzertsaal in München. Derzeit wechselt der weltberühmte Klangkörper zwischen dem Herkulessaal in der Residenz und der Philharmonie im Münchner Gasteig-Kulturzentrum. Letztere gilt als akustisch problematisch, während der Herkulessaal vor allem aus Platzgründen die Ansprüche großer Orchester nicht erfüllen kann.

dpa

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