FDP-Stadtratsfraktion prangert Vorfall an

Brand-Chaos an S-Bahn-Station

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Dagmar Reich auf der Rolltreppe. Hier ging nichts mehr.

München - Ein Zwischenfall am S-Bahnhof Rosenheimer Platz hat bei zahlreichen Fahrgästen für Verwirrung gesorgt. Die FDP-Stadtratsfraktion prangert den Vorfall jetzt an, möchte Fragen beantwortet haben.

Es ist 21.40 Uhr. Dagmar Reich will vom Rosenheimer Platz mit der S-Bahn nach Hause fahren. „Die Rolltreppen in beide Richtungen funktionierten nicht. Aber das passiert ja öfter“, sagt die 30-Jährige. Unten angekommen: Chaos. „Auf dem S-Bahn-Schild Richtung stadteinwärts stand Feueralarm. Stadtauswärts die Meldung für die einfahrende S-Bahn.“. Diese startet direkt wieder durch. „Daraufhin kamen verschiedene Durchsagen. Zuerst, man solle den Bahnhof verlassen, dann wurde die nächste S-Bahn angekündigt!“

Immer wieder fahren Züge ohne Stopp durch. Und von oben strömen immer mehr Leute nach unten! „Man hätte die Rolltreppen in die andere Richtung laufen lassen müssen“, so Reich. Sie führt die Menschen nach oben. „Die Leute waren ratlos!“ Im Zwischengeschoss endlich Feuerwehrmänner. „Sie standen an einer Wand. Zwei haben an irgendetwas gewerkelt, fünf standen nur rum! Sie hätten die Leute hindern sollen, auf den Bahnsteig zu gehen.“ Dagmar Reich sitzt für die FDP im Bezirk Schwabing Freimann. Die FDP-Stadtratsfraktion prangert den Vorfall jetzt an, möchte Fragen beantwortet haben: Warum die Rolltreppen standen, anstatt die Passagiere aufwärts zu befördern. Wie hätten sich Gehbehinderte retten können? Zudem: Warum hielten die Feuerwehrler die Leute nicht auf? Die Bahn wollte sich gestern nicht äußern.

Dafür Feuerwehrsprecher Karl Pieterek: „Der Evakuierungsplan sieht stehende Rolltreppen vor, damit niemand stolpert.“ Und im Falle eines Feueralarms lasse man die S-Bahn durchstarten. „Wenn es tatsächlich brennt, würden die aussteigenden Menschen ins Verderben rennen.“ Die Feuerwehrmänner hätten niemand aufgehalten, da schon klar war, dass es nicht brennt. Was Gehbehinderte betrifft: „Die Ensatzkonzepte sehen vor, dass die Rettungskräfte, aber auch die Fahrgäste ihnen beim Verlassen der Station helfen.“ Was die Durchsagen betrifft sagt Pieterek: „Das müssen Sie die Bahn fragen.“ Dieses Mal ging’s glimpflich aus, aber das nächste Mal? Reich: „Ich fühlte mich alleingelassen.“

F. Fussek

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