Chef im tz-Interview

Brand im Lenbachhaus: Welches Bild hätten Sie zuerst gerettet?

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Am Mittwoch um kurz nach elf Uhr vormittags: Großeinsatz vor dem Lenbachhaus nach einer Brandmeldung. Rechts Museumschef Mühling.

Seit Anfang 2014 ist Matthias Mühling neuer Chef des Lenbachhauses. Der 1968 geborene Kunsthistoriker, Kurator und Publizist sprach am Mittwoch mit der tz am Telefon über den Brand im Museumstempel.

Herr Mühling, wie groß ist der Schaden nach dem Brand?

Matthias Mühling: Ich kann Gott sei Dank Entwarnung geben. Ich bin mit weißen Handschuhen durch die Räume im ersten Obergeschoss der ehemaligen Lenbach-Atelierräume gegangen, und es blieb nichts haften. Man weiß ja nicht, ob die Rauchentwicklung nicht auch giftige Dämpfe ausströmt. Dann hätte man alles gründlich reinigen müssen.

Hat es gebrannt?

Mühling: Es war ein Schwelbrand, der im Eingangsbereich des ersten Obergeschosses ausgebrochen war. Also in dem Trakt, wo beispielsweise die Beuys-Werke versammelt sind. Eine starke Rauchentwicklung gab es nicht, allerdings hat es schon gequalmt. Die Brandmelder sprangen an, die Feuerwehr war schnell zur Stelle.

Wie lange würde es denn in einem Ernstfall dauern, um diesen Trakt des Lenbachhauses komplett zu räumen?

Mühling: Erst einmal: Oberste Priorität hat der Mensch. Erst einmal müssen alle sicher evakuiert werden. Es wäre für uns das Schlimms­te, wenn Menschen im Haus zu Schaden kämen. Wenn alle in Sicherheit sind, dann würde die Räumung dieses Stockwerks rund 20 Minuten dauern.

War der Schwelbrand ein Schock?

Mühling: Wir waren kurzzeitig alle nervös – aber das ist ja auch gut, weil das Adrenalin steigt.

Und wenn Sie nur ein Gemälde retten könnten?

Mühling: Was für eine gemeine Frage! Also: Wenn alle Menschen in Sicherheit wären, dann Franz Marcs Blaues Pferd unter den Arm geklemmt und rennen.

Matthias Bieber

Brand im Lenbachhaus: Bilder

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