Flucht vor den Flammen: 13 Personen vom Dach gerettet

München - Aus Angst vor den Flammen flüchteten sie aufs Dach: 13 Personen hat die Feuerwehr bei einem Brand in Untersendling am Dienstagmorgen mit der Drehleiter gerettet.

Im ersten Stock des Wohnhauses an der Oberländerstraße 3b war am Morgen Feuer ausgebrochen. Offenbar hatte der 34-Jährige Bewohner eine Kerze in seinem Schlafzimmer nicht richtig gelöscht. Wie die Polizei ermittelte, war dem Mann aufgrund von Zahlungsrückständen der Strom abgestellt worden.

Ein Anwohner entdeckt den Rauch gegen kurz vor neun Uhr als erster. Als die Feuerwehr eintrifft, haben sich vier Personen bereits auf die Straße gerettet. Dreizehn weitere sind wohl nicht mehr rechtzeitig aus dem Haus gekommen, sie stehen nun auf dem Dach. Die Flammen schlagen aus den geborstenen Fenstern im ersten Stock, drohen auf den zweiten Stock überzugreifen. Sofort geht ein Trupp der Feuerwehr in das Gebäude. Zugleich werden Drehleitern ausgefahren, um die Bewohner vom Dach zu holen. Sämtliche Wohnungen werden evakuiert. Insgesamt sind laut Polizei über 270 Menschen in dem Wohnhaus gemeldet. Die Feuerwehr bringt 79 Personen in Sicherheit – und einen weißen Zwerghasen samt Käfig. Die Bewohner sammeln sich in einem Bus der Feuerwehr und werden ärztlich versorgt. Nach Polizeiangaben erleiden neun Personen eine Rauchvergiftung, vier von ihnen werden Krankenhäuser gebracht. In der brennenden Wohnung befindet sich beim Eintreffen der Feuerwehr niemand. Der Bewohner kehrt erst im Laufe der Löscharbeiten zurück. Sein Schlafzimmer brennt völlig aus, auch die umliegenden Räume und oberen Stockwerke werden beschädigt. Die Polizei schätzt den Schaden auf 150 000 Euro.

Bereits am Vorabend war es in Obersendling zu einem hohen Brandschaden gekommen. In einer Drei-Zimmer-Wohnung an der Neunkirchner Straße war am Montag gegen 17.45 Uhr ein Feuer im Kinderzimmer ausgebrochen. Der 8-jährige Sohn war allein in der Wohnung und flüchtete zu einem Nachbarn. Die Feuerwehr drang durch das Badezimmerfenster in die Wohnung ein und löschte die Flammen. Die Eltern kehrten kurz darauf zurück, der Schüler wurde in Begleitung seiner Mutter mit einer leichten Rauchvergiftung in die Klinik gebracht. Der Brandherd war wohl eine Steckdose, an der ein CD-Player und ein Handstaubsauger angeschlossen waren. Der Schaden beträgt etwa 100 000 Euro.

A. Gerke

Feuer-Drama in Sendling: Neun Menschen von Dach gerettet

Rubriklistenbild: © Kurzendörfer

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