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Nach Brandanschlag auf Obdachlosen: Münchner Polizei jagt die Täter, Leser spenden für Andi (50)

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Von: Andreas Thieme

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Der Obdachlose Andi wurde beinahe Opfer eines Brandanschlags
Der Obdachlose Andi wurde beinahe Opfer eines Brandanschlags © Thomas Jilg

Durch den Brandanschlag auf sein Lager an der Münchner Freiheit hatte der Obdachlose Andi (50) alles verloren. Doch seit unserem Bericht meldeten sich Dutzende Leserinnen und Leser, die geholfen haben. Nun konnte sich Andi Kleidung und Ausrüstung kaufen.

München - Neue Hoffnung für den Obdachlosen Andi (50)! Als Unbekannte sein Lager an der Münchner Freiheit anzündeten, verlor er fast seinen gesamten Besitz. Nach unserem Bericht erreichten die Redaktion täglich Hilfsangebote: Dutzende Leserinnen und -Leser spendeten für Andi. Sein Schicksal rührt München!

„Ich möchte mich von Herzen für jede einzelne Spende bedanken“, sagt Andi. Er konnte sich von dem Geld mittlerweile neue Kleidung und Ausrüstung kaufen. „Ein tolles Gefühl“, so der 50-Jährige strahlend. „Ich bin wirklich gerührt über so viel Unterstützung.“

Seit einem halben Jahr lebt Andi auf der Straße und hatte an der Münchner Freiheit sein Lager aufgeschlagen. Dort war er vorige Woche beinahe einem Verbrechen zum Opfer gefallen: Bislang unbekannte Männer hatten Andis Sachen nachts in Brand gesteckt (tz berichtete). „Zum Glück hatte ich in der Nacht ein paar Meter weiter geschlafen“, sagt Andi, der unversehrt blieb. Aber die meisten seiner Sachen sind verbrannt. Noch immer fahndet die Polizei nach den Tätern.

München: Nach Brandanschlag auf Obdachlosen spendete etliche Leser für Andi (50)

Andi kann derweil nach vorne blicken: „Ich bin so dankbar über meine neuen Sachen“, sagt er. Unterstützt wird er von seiner Freundin Marion (63): „Andi ist so ein Lieber, er hat ein großes Herz“, meint sie. „Selbst in seiner schwierigen Situation versucht er immer auch anderen Menschen zu helfen.“

Leserin Helga Lanvermann (51) spendete für den Obdachlose Andi (50)
Leserin Helga Lanvermann (51) spendete für den Obdachlose Andi (50) © SIGI JANTZ

Das bekam er nun zurück: Fast täglich erhielt unsere Redaktion seit letzter Woche Post von Lesern, die Hilfe anboten. Darunter Helga Lanvermann (51), die sagt: „Keiner hat verdient, dass ihm das Hab und Gut auf diese Weise genommen wird. Man muss die Menschen vor der Haustür unterstützen. Ich lebe in Feldmoching, der Andi kommt aus dem Hasenbergl.“

Dort lernte er einst Metzger, arbeitete in der Gastronomie und bei der Bundeswehr. Jetzt sammelt der Münchner Flaschen, um im Alltag über die Runden zu kommen. In eine Unterkunft für Wohnungslose möchte Andi nicht. „Dort habe ich teilweise sehr schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt er. „Ich brauche jetzt meine Freiheit.“

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