Jede fünfte mit Aluminium verseucht

Brezn-Alam! Aber Münchner Bäcker beruhigt

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Die Bäcker Peter (l.) und Hans Sickinger versprechen: „Unsere Brezn sind sauber!“

Manche mögen sie mit viel Salz, manche ohne. Auf jeden Fall soll die Brezn frisch und knusprig sein. Was aber garantiert niemandem schmeckt: Aluminium.

Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat festgestellt, dass jede fünfte Breze in Bayern damit belastet ist.

Zum Teil sind die Grenzwerte um das 15-fache überschritten worden! Nachdem die Ergebnisse gestern öffentlich wurden, wehrt sich jetzt eine ganze Zunft: „Klar, in jeder Branche gibt es Sünder!“, sagt der Gräfelfinger Bäcker Peter Sickinger (53) der tz. „Aber ich gebe mein Wort: Unsere Brezn sind einwandfrei — und die der meisten Kollegen auch!“

Die Verunreinigungen stammen von den Aluminium-Blechen, die viele Bäcker verwenden. Die meisten arbeiten zwar mittlerweile mit Folien oder beschichteten Blechen. „Die besten Brezn kommen aber immer noch vom Alu-Blech. Nur so wird der Boden schön knusprig“, sagt Bäcker Sickinger. Solange keine ramponierten Bleche verwendet werden, sei das auch kein Problem. Die gelaugten Teiglinge dürfen vor dem Backen nur nicht zu lange auf dem Blech liegen. „Sonst löst die Lauge irgendwann das Aluminium – und diese Brezn würde ich dann auch nicht mehr essen!“, sagt Sickinger.

Für Aluminium gibt es keinen gesetzlichen Grenzwert. Das LGL kontrolliert trotzdem seit 2003 und beanstandet Proben mit mehr als zehn Milligramm pro Kilo. „Das heißt nicht, dass es dort schon eine Gesundheitsgefährdung gibt“, sagt eine Sprecherin. Sie verspricht nun schärfere Kontrollen. Was genau das Aluminium im Körper macht, ist nicht ganz klar. „Es ist aber so, dass bei Alzheimer- oder Brustkrebskranken ein erhöhter Aluminiumanteil im Körper gefunden wurde“, sagt Gabriela Tremp von der Verbraucherzentrale.

Den strengeren Kontrollen sieht Sickinger gelassen entgegen: „Ich habe eben in eine frische Brezn gebissen – mit absolut reinem Gewissen.“

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