Verschollener Brief aufgetaucht

DHL-Scherz: Jetzt kann Heike B. noch weniger darüber lachen

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Kurios: Mit dieser Nachricht begann die Zustell-Odysee einer Post-Kundin. Sie wartete verzweifelt auf einen verschollenen Brief.

München - Vor über einer Woche lag nicht der ersehnte Brief, sondern ein gelber Zettel in Heike B.s Briefkasten. Mit einer äußerst kuriosen Nachricht. Es war der Beginn einer Post-Odysee.

Die Geschichte beginnt damit, dass Heike B. Anfang Oktober eine Nachricht in ihrem Postkasten fand. Diese entlockte ihr zu dem Zeitpunkt sogar noch ein Schmunzeln. "Kein Platz mehr auf dem Fahrrad" stand darauf. Mit einem traurigen Smiley. Die Postsendung war wohl im DHL-Depot an der Arnulfstraße verblieben.

Tage später fand sie die Nachricht nicht mehr witzig. "Ich bin langsam sauer auf die Post", sagte sie am vergangenen Donnerstag gegenüber tz.de. Zwei Tage zuvor hatte sie mit einem Mitarbeiter der Post telefoniert, der sich um die Angelegenheit kümmern wollte. Ärgerlich für B. vor allem: In der Sendung befand sich Milchkefir, also verderbliche Ware. B. vertreibt diesen in ihrem Kleingewerbe. Aber weil die Sendung nicht kam, konnte sie zwei Bestellungen nicht nachkommen. Heike B. weiß, was das für's Geschäft bedeutet: "Das ist ärgerlich für mich, die Kunden gehen woanders hin".

"Der Paket-Inhalt hat höllisch gestunken"

Auf Nachfrage am Donnerstagmorgen wirkte Klaus-Dieter Nawrath, Pressesprecher für Deutsche Post/DHL Süd, leicht überrascht. Ein Kollege hätte sich bei B. melden, die Zustellung bereits am Mittwoch ankommen sollen. "Das ist definitiv zwei Tage zu spät", sagte Nawrath. Er werde bei seinem Kollegen nachfragen.

Noch am gleichen Tag meldete sich Heike B. bei tz.de. "Der Brief ist da", schrieb sie. Mit ihm eine Entschuldigung der Post in Form von Briefmarken. Und die Ware im Brief? Die habe "höllisch gestunken" und sei im Mülleimer gelandet. Die Post habe die Sendung aber noch fein säuberlich in einen Karton umgepackt. 

B. sieht die Angelegenheit zwar mittlerweile gelassen. Die Post hat ihrer Meinung nach aber sehr schluderhaft gehandelt. Durch ihr Kleingewerbe bekommt sie viele Sendungen, sie ist auf deren Pünktlichkeit angewiesen. Sonst verderben die Kefirkulturen und ihre Aufträge gehen flöten. Letztendlich wird dann nicht nur sie, sondern auch der Kunde sauer: "Das ist oberpeinlich für mich, das darf einfach nicht sein".

Julia Mähler

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