Wir bringen die Eisheiligen zum Schmelzen

München - Die Eisheiligen stehen vor der Tür! Doch in München merkt davon niemand etwas. Statt bibbern bei Minusgraden heißt es für die Münchner sonnenbaden. Aber was ist mit den Eisheiligen?

Mamertus macht am Mittwoch den Anfang, dann folgen die gestrengen Herren Pankratius, Servatius, Bonifatius und schließlich am 15. Mai die kalte Sophie. Üblicherweise haben die fünf kalten Gefährten jede ­Menge eisige Luft im Gepäck. „Eine Kaltluftfront zieht dann von Norden her über Deutschland und kann in sternenklaren Nächten Anfang Mai normalerweise zu Frost führen“, erklärt Karsten Brandt, Meteorologe bei donnerwetter.de.

Doch heuer sind die Eisheiligen alles andere als normal: Für Mamertus erwarten die Meteorologen bis zu 28 Grad, mit minimalem Schauerrisiko. Sogar in der Nacht sollen die Temperaturen nicht unter 14 Grad sinken. Ähnlich spektakulär zeigt sich das Wetter am Donnerstag und Freitag. Brandt: „Beide Tage sind warm und sonnig. Am Nachmittag ist mit leichten Regenschauern zu rechnen.“ Blicken lassen haben sich die Eisheiligen allerdings schon. „Nur nicht in München“, sagt Karsten Brandt. „Mitte der letzten Woche hat es in Mitteldeutschland einen kurzfristigen Wettereinbruch gegeben. Dabei wurden in der Nacht auch Minusgrade gemessen.“ In München hat man davon zum Glück aber nichts bemerkt.

Am Eisbach lässt sich Sonne tanken

Besonders schön ist der Frühling für die frischgebackene Abiturientin Petra Köbrunner. Sie hat ihr Abitur mit einem Einser-Schnitt bestanden und lässt es sich jetzt richtig gutgehen. „Ich muss so viel von der Münchner Sonne tanken wie möglich“, sagt sie der tz. „Ab Ende Mai werde ich nämlich weit weg an die Ostsee ziehen, um eine Ausbildung anzufangen. Und dort kann es wirklich noch mal richtig eisig werden.“ Die letzten Tage in München will sie deswegen an ihrem Lieblingsplatz – dem Eisbach – verbringen. Ins Wasser geht sie aber trotz Sommerklima nicht: „Das ist mir auch bei diesen Temperaturen viel zu eisig.“

Er gibt uns die Kugeln – 2500 am Tag!

Max Eisenrieder, Geschäftsführer des Café Münchner Freiheit, ist selbst ein kleiner Eisheiliger. Immerhin hat er den Überblick über mehr als 30 Eissorten, die es bei ihm an der Theke gibt. Mehr als 2500 Kugeln – das sind 1200 Liter – von der kalten Köstlichkeit verkauft er an einem schönen Frühlingstag. „Besonders beliebt ist unsere Trendsorte: Joghurt-Maracuja. Weil wir Joghurt als Basis verwenden, ist es nicht zu süß, und die Maracuja verleiht dem Eis eine fruchtige und exotische Note.“

Hier ist nur unser Weißbier eiskalt

Seit Freitag sind Meghan Holsinger aus Michigan und Bridget Bergen aus Pennsylvania in München und haben die Stadt sofort ins Herz geschlossen: „München ist die gemütlichste Stadt der Welt, und wir lieben das Frühlingsfest. Ganz ehrlich: Bei so einem schönen Wetter kann man gar nicht schlecht gelaunt sein.“ Bei einem eiskalten Bier genießen die beiden US-Amerikanerinnen den strahlenden Sonnenschein im Weißbiergarten – und sie wissen auch schon, was sie als nächstes anschauen wollen. „Wir werden erst ganz entspannt unser Weißbier austrinken und dann das Schloss Nymphenburg oder den Alten Peter besichtigen.“

Er bibbert bei sieben Grad im Kühlhaus

Nicht viel von der Bärenhitze zu den Eisheiligen merkt Christian Kieslinger von Früchte Feldbrach. Sein Arbeitsplatz – das Kühlhaus – ist auch bei strahlendem Sonnenschein eisige sieben Grad kalt. „Das ist genau die richtige Temperatur, damit meine Erdbeeren knackig und frisch bei den Kunden ankommen“, erklärt er der tz. „Und spätestens im Hochsommer sind meine Mitarbeiter froh, wenn sie hier im Kühlen sind“. Die heißen Sonnentage bemerkt er aber trotzdem: „Wenn die Leute anfangen in den Biergarten zu gehen, dann kommen wir hier mit den Aufträgen gar nicht mehr nach.“

ChL

Rubriklistenbild: © Schlaf

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