Entscheidung offiziell: Das planen die Bayern mit Coman

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Prognosen für wichtige Kreuzungen

Das bringt die Tram-Westtangente

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In einigen Jahren soll die Tram vom Romanplatz über Laim, Holzapfelkreuth und Waldfriedhof bis zur Aidenbachstraße fahren.

München - Am Mittwoch will der Stadtrat den Bau der Tram-Westtangente beschließen. Viele Anrainer der Trasse fürchten ein Verkehrschaos, weil Fahrspuren für den Kfz-Verkehr gestrichen werden. Interne Berechnungen der MVG für die größten Knotenpunkte prophezeien hingegen positive Effekte für den Autoverkehr.

Der Dezember steht bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) im Zeichen der Trambahnen. Dieses Wochenende nimmt die Tram nach Steinhausen den Betrieb auf, nächsten Mittwoch will die Koalition aus SPD und CSU nach langen Verhandlungen den Bau der Tram-Westtangente beschließen. Die MVG sieht in der Westtangente die Chance auf Wiedergutmachung. Das Münchner Schienennetz wurde mit zu wenigen Nord-Süd-Achsen angelegt. Die Tangente im Westen der Stadt soll für Abhilfe sorgen und zur Entlastung der vollen ÖPNV-Stationen in der Innenstadt beitragen. Die MVG rechnet mit bis zu 22 000 Fahrgästen täglich. Die Linie wäre damit eine der frequentiertesten Münchens. Eine neue Nummer wird es nicht geben, die Linien 12 und 16, die bislang am Romanplatz enden, fahren die 8,7 Kilometer lange neue Trasse weiter bis zur neuen Endhaltestelle U-Bahnhof Aidenbachstraße. Die Bauzeit beträgt rund drei Jahre. Wann es losgeht, ist noch unklar.

Die Trambahnen passieren entlang der neuen Route 26 Kreuzungen mit Ampelanlagen. Für die neun wichtigsten hat die MVG Untersuchungen angestellt, um herauszufinden, wie sich der Bau der Trasse auf den Autoverkehr auswirken wird. Dabei wurde die heutige Situation analysiert und es wurden Prognosen angestellt für das Jahr 2020 – mit und ohne Tram. Ergebnis: Auch wenn, wie in der Fürstenrieder Straße, Fahrspuren durch den Bau der Westtangente wegfallen, werden die meisten Knoten leistungsfähig bleiben. Temporäre Staus sind jedoch in den Stoßzeiten an vielen Kreuzungen wahrscheinlich – das ist aber praktisch an allen wichtigen Kreuzungen in München der Fall. Bis zum Jahr 2020 rechnet die MVG an den untersuchten Knoten mit einem Verkehrszuwachs von 2000 Kfz pro Tag. Dies hängt mit dem allgemeinen Bevölkerungswachstum zusammen. Laut Knoten-Analyse wird sich die Situation für Autofahrer deshalb entlang der neuen Tram-Trasse etwas verschlechtern. Was überrascht: Ohne den Bau der Westtangente würde es mehr Staus geben als ohne, so lauten die Prognosen. Der Grund dafür sei, dass viele Münchner ihr Auto stehen lassen werden und stattdessen öffentlich fahren, zudem werden Kreuzungen baulich umgestaltet und die Verkehrstechnik optimiert. Nur an einer Kreuzung rechnen die Planer mit erheblichen Problemen. Wir stellen die Prognosen für die neun großen Kreuzungen vor.

  1. Wotanstraße/ Hirschgartenallee: In der MVG-Matrix leuchtet alles grün: Sowohl mit Trambahn als auch ohne wird die Kreuzung voll leistungsfähig bleiben.
  2. Fürstenrieder Straße/Landsberger Straße: Noch kann man am Laimer Kreisel störungsfrei fahren, die Belastung wird aber steigen. Der Bau der Trambahn wird sich nicht negativ auf den Autoverkehr auswirken.
  3. Fürstenrieder Straße/Agnes-Bernauer-Straße: Hier fließt der Verkehr in Stoßzeiten heute schon zäh. Im Zuge des Trambahn-Baus soll eine Linksabbiegerspur von der Fürstenrieder- in die Agnes-Bernauer-Straße geschaffen werden. Damit könnte trotz des prognostizierten Verkehrszuwachses die Leistungsfähigkeit auf dem heutigen Niveau erhalten werden. Ohne Tram und neue Linksabbiegerspur rechnet die MVG im Jahr 2020 mit erheblichen Staus.
  4. Fürstenrieder Straße/Gotthardstraße: Zu Stoßzeiten gibt es hier immer wieder kleinere Staus. Daran wird der Bau der Westtangente nichts ändern – allerdings nur dann, wenn eine Linksabbiegerspur von der Fürstenrieder Straße in die westliche Gotthardstraße eingerichtet wird. Dies hat die zuständige Straßenverkehrsbehörde zwar abgelehnt, die Stadt will aber nachverhandeln. Sollte die Linksabbiegespur nicht kommen, sind Staus unvermeidlich.
  5. Fürstenrieder Straße/Ammerseestraße: An der Kreuzung zur A96 herrschen heute in Stoßzeiten chaotische Zustände. Die Zahl der zufließenden Fahrzeuge ist über einen längeren Zeitraum größer als die abfließende Menge. Folge: Der Knoten ist überlastet. Die MVG prognostiziert, dass sich die Situation mit dem Bau der Trambahn entspannt.
  6. Fürstenrieder Straße/Ehrwalder Straße: Dieser Knoten ist derzeit voll leistungsfähig, und er wird es sowohl mit dem Bau der Tram als auch ohne bleiben.
  7. Fürstenrieder Straße/Waldfriedhofstraße: Die Kreuzung ist in Stoßzeiten hin und wieder überlastet. Daran wird sich nichts ändern, unabhängig vom Bau der Westtangente.
  8. Boschetsrieder Straße/Drygalski-Allee: Die Kreuzung ist bereits heute im Berufsverkehr überlastet. Die MVG rechnet damit, dass sich die Situation weiter verschlechtert – ob mit oder ohne Tram. Eine Verbesserung soll eine zusätzliche Linksabbiegerspur von der Boschetsrieder in die Höglwörther Straße bringen, die im Zuge des Schienenbaus erfolgt.
  9. Boschetsrieder Straße/Aidenbachstraße: Noch treibt die Kreuzung Autofahrern nicht die Zornesröte ins Gesicht. Laut MVG treten selten Staus auf. Die Situation wird sich aber sukzessive verschlechtern. Ohne den Bau der Tram rechnen die Planer mit massiven Staus in der Rushhour. Sobald die Tram gebaut wird, werden auch die Verkehrsbeziehungen am Ratzinger Platz optimiert – und die Lage entspannt sich.

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