Bundestag beschließt Pkw-Maut

Bundestag beschließt Pkw-Maut

Bewohner erschlägt Frau mit Flasche

Mord im Altenheim

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Der Tatort: Das BRK-Altenheim Pasing-Westkreuz. Die Angestellten sind geschockt

München - Riesenschock im BRK-Altenheim Pasing-Westkreuz! Ein offenbar schwer demenzkranker Bewohner (85) hat in der Nacht auf Sonntag seine Flur-Nachbarin Nitsa A. (89) mit einer Wasserflasche aus Glas erschlagen!

Der dramatische Fall: Es ist gegen 2.30 Uhr, als ein Pfleger Geräusche aus dem Zimmer von Alfred S., der alleine im Pflegebereich wohnt, hört. Der Bewohner sei zuvor nie besonders aufgefallen, sagt der Heimleiter Markus Hirt zur tz. Was aber ist in dieser Nacht in den alten Mann gefahren? Schon als der Pfleger das Zimmer betritt, schlägt er mit der Glasflasche auf den Unterarm. Der Pfleger erkennt den Ernst der Lage und holt Verstärkung.

Als er mit einem Kollegen zurückkommt, ist das Zimmer leer. Alfred S. ist offenbar bei seiner Nachbarin. Als die Pfleger die Tür öffnen, fliegt ihnen die Flasche entgegen und zerbricht am Boden. Erst jetzt wird das ganze Drama klar: Die 89-jährige Bewohnerin liegt „blutüberströmt mit einer Kopfwunde“ auf dem Bett, berichtet Markus Kraus, Leiter der Münchner Mordkommission. Auch ein Notarzt, der die Verletzte ins Krankenhaus bringt, kann nicht mehr helfen. Nitsa A. stirbt. Die genaue Todesursache soll eine Obduktion klären.

Laut Heimleiter Hirt war der demente Bewohner bislang unauffällig. „Er war nur beim Gehen etwas eingeschränkt.“ Das Opfer sei erst im November vergangenen Jahres eingezogen, Alfred S. wohnt seit zweieinhalb Jahren hier. Ob die beiden irgendeinen engeren Bezug zueinander hatten, kann Markus Hirt nicht beantworten. „Aber die beiden kannten sich wohl.“

Die Polizei hat mittlerweile den dementen Mann vernommen. Chefermittler Markus Kraus sagt: „Er erinnert sich an nichts, aber die Spurenlage ist relativ eindeutig.“ Nach der Tat stellten die Pfleger den Senior ruhig, er wurde in eine Klinik eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft werde laut Kraus einen Unterbringungsbefehl beantragen. Ein Gutachter muss die Schuldfähigkeit des Mannes klären.

Nina Bautz

Das sagt der BRK-Heimleiter zum tragischen Vorfall

Am Tag nach dem Mord stehen die Angestellten des Heims Pasing-Westkreuz noch immer unter Schock. „Gott sei Dank haben die anderen Bewohner nichts von dem Vorfall mitbekommen“, sagt der Einrichtungsleiter Markus Hirt zur tz. „Ich habe den beiden Pflegern, die die Dame aufgefunden haben, aber auch den anderen Kollegen aus dem Team, psychologische Betreuung angeboten.“

Klar ist: Das Opfer, Nitsa A. (89), wird hier im Heim fehlen. Hirt beschreibt sie als „sehr ruhig, immer nett und freundlich“. Sie sei fit, lebensfroh und immer sehr korrekt gekleidet gewesen. „Sie hat früher sehr viel gemalt und ist auch bei uns im Haus regelmäßig in die Malgruppe gegangen.“ Sie habe auch andere Kulturangebote wie zum Beispiel Konzerte besucht.

Nitsa A.’s Verwandte sind am Sonntag gleich ins Heim geeilt. Sie hätten die Dame zuvor regelmäßig besucht, so Hirt. „Sie waren sehr betroffen.“ Die Familie habe sich jetzt erst einmal zurückgezogen. „Wir sind hier alle sehr erschüttert und fühlen mit den Angehörigen mit.“

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