Ganghofer-/Ridlerstraße: Anwohner wehren sich

Brüllen gegen den Baulärm

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Die Bewohner des Miethauses in der Ganghoferstraße/Ecke Ridlerstraße stöhnen über die Großbaustelle gegenüber dem alten Messegelände.

München - Geht das ein wenig leiser? Die Bewohner des Miethauses in der Ganghoferstraße/Ecke Ridlerstraße stöhnen über die Großbaustelle gegenüber dem alten Messegelände.

Dort entsteht bis Juni 2009 die Medienfabrik, ein Bürokoloss mit Läden, Gastronomie, Werkstätten, Kindertagesstätte und Tiefgarage. Was die Nachbarn stört: Die Bauarbeiter sind im Verzug, fangen daher oft schon um 6 Uhr früh an – und machen erst nach Mitternacht Feierabend. Dagegen machen die Mieter mobil: Sie brüllen gegen den Baulärm an.

Als es wieder einmal unerträglich war, haben sich einige Mieter spontan zum Brüllkonzert getroffen: Sie öffneten ihre Fenster, lehnten sich hinaus und schrien Richtung Bauarbeiter: „Ruhe! Es ist Mitternacht, und wir wollen endlich schlafen.“

So viel Ärger wegen dem bisschen Baulärm? Von wegen! „Die Lebensqualität ist weg“, schimpft Rosemarie Elsner im Gespräch mit Radio Arabella (der Beitrag läuft am Mittwoch, 8.10 Uhr und um 16.10 Uhr). Die Freiberuflerin arbeitet zuhause, besser gesagt: Sie versucht es. „Wenn ich ein Telefonat mit Kunden führe, muss ich ins Badezimmer, spätestens mittags flüchte ich zu Kollegen oder in den Schrebergarten einer Freundin. Das kann es doch nicht sein“. Auch nachts bleibt kaum Zeit für Erholung: Das grelle Licht der Scheinwerfer dringt in die Wohn- und Schlafzimmer, der Maschinenlärm raubt vielen Mietern den Schlaf.

Bauleiter Helmut Kokot kann den Ärger verstehen. Aber: „Wir achten darauf, dass wir nicht vor 7 Uhr morgens und nach 20 Uhr arbeiten.“ Nur in Ausnahmefällen sei es davor oder danach laut geworden. So laut, dass die Anwohner die Polizei gerufen haben: Fünf Mal rückten die Beamten im Juni und Juli aus, in der Nacht zum Donnerstag haben die Mieter Anzeige wegen Lärmbelästigung erstattet. „Das sind Erschütterungen, da meint man, das ganze Haus fällt zusammen“, schimpft Mieterin Ulrike Buri. Viel ändern wird sich daran erstmal nicht: Manche Arbeiten – wie das Glätten von frisch betonierten Oberflächen – dürfen nicht aufgeschoben werden, sonst droht Qualitätsverlust. Einen Trost hat die Baufirma, die Alpine Bau Deutschland AG, immerhin parat: Ende nächster Woche werden die Glättungsarbeiten beendet, Ende August ist die Tiefgarage fertig. „Dann wird es ruhiger“, verspricht Kokot. Und Rosemarie Elsner muss zum Telefonieren nicht mehr ins Bad.

fla.

Quelle: tz

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