Brutale Attacke in der Kultfabrik

Türsteher prügelt Gast ins Krankenhaus

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Im ""Willenlos" donnerte Armin D. (oben) den Kopf von Martin H. (unten) gegen ein Eisengitter.

München - Sicherheitsmann Armin D. (24) sind die Sicherungen durchgeknallt. Er donnerte den Kopf von Martin H. gegen ein Eisengitter und steht deshalb jetzt vor Gericht.

Die Szene, die die Überwachungskamera vor der Diskothek Willenlos in der Kultfabrik aufzeichnete, war brutal: Sicherheitsmann Armin D. (24) packt den Schädel eines betrunkenen Gastes, knallt ihn mit Wucht gegen einen Türbogen aus Stahl! Die Gewaltorgie des Türstehers war damit noch nicht zu Ende, wie gestern eine Zeugin vor dem Amtsgericht berichtete: „Er hat ihm den Kopf noch zweimal gegen das Eisengitter geschlagen.“ Opfer Martin H. (23) landete im Krankenhaus.

Die Disco ist bekannt für heiße Partys: „Cocktails, Cocktails und nochmals Cocktails. Wer auf Tischen und Tresen tanzen und zu Partysound pur ständig einen Cocktail in der Hand haben möchte, muss im Willenlos vorbeischauen“, heißt es auf der Homepage. Abiturient Martin H. erwischte bei einer dieser Partys am 21. Dezember 2010 zu viel Alkohol – er hatte 1,85 Promille im Blut.

An der Bar kam es zur Rangelei. Wer gegen wen? Das lässt sich auf dem Überwachungsvideo nicht mehr feststellen, beteiligt waren viele. Martin traf ein Fausthieb, er ging zu Boden. Ein Security-Mann kam, trat auf den am Boden liegenden Schüler ein!

Dann tauchte plötzlich Armin D. auf. Er sah, wie der am Boden liegende Schüler mit Fußtritten versuchte, sich seine Angreifer vom Leib zu halten. Armin D. packte zu: „Ich habe seine Arme nach hinten gedrückt und ihn am Hals gepackt“, erzählt er vor Gericht. Die gefährliche Körperverletzung, die ihm der Staatsanwalt vorwirft, bestreitet er jedoch: „Er ist mit dem Kopf an die Wand gekommen, aber es war keine Absicht.“

Keine Absicht? Nach Zeugenaussagen hat er mit großer Brutalität gehandelt. Martin H. brach mit gebrochendem Nasenbein, Schädelprellungen und einen Hals-Wirbelsäulen-Trauma zusammen. Er musste in der Klinik behandelt werden.

„Ich habe monatelang panische Angst gehabt“, berichtet Martin H. vor Gericht. Er habe deshalb sein Abi vermasselt. Dieses Jahr hat er die Prüfung aber bestanden und will jetzt studieren.

Angesichts der erdrückenden Aussagen unbeteiligter Disco-Gäste knickt der angeklagte Armin D. dann doch ein und ringt sich zu einem halbherzigen Geständnis durch. Eine Entschuldigung kriegt er allerdings nicht über die Lippen.

Das Urteil ist das Ergebnis eines Deals: Ein Jahr Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung. Seinem Opfer muss er 900 Euro Schmerzensgeld zahlen. Gegen den zweiten Sicherheitsmann, der in der Diskothek zugetreten hatte, läuft noch ein Verfahren.

E. Unfried

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