Brutale Debatte um dritte Startbahn: Jetzt fliegen die Fetzen!

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OB Christian Ude ( SPD) titulierten die Gegner des Flughafenausbaus „Verräter“ und „Judas“

München - Der Streit um die Startbahn wird immer brutaler. Die Feindseligkeit schlägt den Startbahn-Befürwortern schon beim Empfang entgegen. OB Christian Ude muss sich einiges anhören.

Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) und Flughafen-Chef Michael Kerkloh werden mit Sprechchören empfangen. Und OB Christian Ude (SPD) titulieren die Gegner des Flughafenausbaus „Verräter“ und „Judas“! Schon vor der Diskussion zum SZ-Forum im Wissenschaftszentrum Weihenstephan am Freitag war klar: Der Streit um die Startbahn wird immer brutaler.

Rund 600 Menschen aus der Region sind in den Hörsaal gekommen, zu 90 Prozent Startbahn-Gegner, die Dampf ablassen: Jubel und Stakkato-Applaus ernten die Gegner auf dem Podium – der grüne Landtagsabgeordnete Christian Magerl, Landrat Michael Schwaiger (FW) und AufgeMUCkt-Sprecher Hartmut Binner. Gellende Pfeifkonzerte und Buhrufe schlagen Ude und Co. bei vielen Aussagen entgegen.

Fast zu Tumulten kommt es, als immer wieder Ude den Zorn der Zuschauer auf sich zieht. Fast scheint er das herauszufordern. Nach einer Stunde Diskussion sagt der OB, dass man große Entscheidungen „natürlich“ nicht den Anwohnern überlassen könne. Außerdem seien in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland Millionen Menschen gezwungen gewesen, dorthin umzuziehen, wo es Arbeit gibt. Die Politik könne nicht versprechen, „dass jeder Mensch zeit seines Lebens an seinem Heimatort bleiben kann“. Hintergrund: Einige Bewohner von Attaching müssten wegen der Startbahn umziehen. Die Zuschauer brüllen „Ude raus“!

Auch die Startbahn-Gegner sparen nicht mit Provokation. Aktionsbündnis-Sprecher Binner nennt die Staatsregierung „menschenverachtend“, schwadroniert von ersten Krebsfällen in der Region und steigert sich in den Vorwurf: Der Flughafenausbau sei „bedingt vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge“! Er werde sich selbst als ehemaliger Polizist an einen Baum ketten lassen.

Die nächsten Startbahn-Höhepunkte stehen schon an: Heute will die Rathaus-CSU ein Ratsbegehren pro Startbahn beantragen. Am Donnerstag starten die Müchner Grünen ihr Bürgerbegehren dagegen. Und am Samstag, 29. Oktober, demonstrieren die Gegner auf dem Marienplatz – vor Udes Amtszimmer.

ZZ, DAC

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