Geiselnahme in Englschalking vor 18 Jahren

Brutaler Bankräuber sitzt in U-Haft

Mit diesem Foto suchte die Polizei damals nach Paun O.

München - 1994 hat ein Mann brutal eine Bank in München überfallen und acht Geiseln misshandelt. Im September wurde bei Innsbruck festgenommen. Jetzt wurde er nach München ausgeliefert.

Der seit 1994 flüchtige verdächtige Serbe konnte nach intensiven Ermittlungen der Münchner Zielfahnder durch österreichische Polizeikräfte bereits im September in Tirol verhaftet werden. Der heute 43-Jährige steht im Verdacht, gemeinsam mit weiteren zwei Männern und zwei Frauen an einem Bankraub im Jahr 1994 in München beteiligt gewesen zu sein. Damals drangen am Freitagnachmittag des 24. Juni 1994 vier Personen - u.a. auch der jetzt verhaftete - in die Wohnung eines Bankangestellten ein, fesselten und schlugen die anwesenden sechs Familienangehörigen, um so Erkenntnisse über den Schlüssel sowie den Zugangscode des Hauptsafes einer Bank- Filiale in München zu erlangen.

Da für die Tresoröffnung ein weiterer Schlüssel nötig war, wurde am nächsten Morgen, Samstag, 25.06.1994, eine weitere Bankangestellte als Geisel genommen. Deren Ehemann ließen die Täter gefesselt in einem Kleiderschrank in der Wohnung zurück. Die zwei Täter fuhren mit den beiden Bankangestellten zur Bank und erzwangen dort die Tresoröffnung. Daraus raubten sie Beute im Wert von rund 1, 5 Mio. DM und flüchteten. Die Geiseln blieben gefesselt in der Bank zurück. Der Ehemann der Bankangestellten konnte sich selbst befreien und verständigte die Polizei. Erste Ermittlungsansätze und eingeleitete Fahndungsmaßnahmen führten schließlich zunächst zur Festnahme von vier Tatbeteiligten. Der jetzt in Tirol verhaftete fünfte Tatverdächtige war seither flüchtig. Die Tatbeute konnte damals bis auf ca. 50.000 DM sichergestellt werden. Die damals festgenommenen Tatverdächtigen wurde zu mehrjährigen Haftstrafen durch das Jugendgericht verurteilt. Im Rahmen der Zielfahndung durch Beamte des Münchner Fachkommissariates konnte zurückliegend in Zusammenarbeit mit österreichischen Polizeikräften der Aufenthaltsort des Gesuchten ermittelt werden. Dies ist umso bemerkenswerter, da der Tatverdächtige offenbar seine Personalien geändert hatte.

Infolge eines Auslieferungsersuchens der Staatsanwaltschaft München I wurde der Verhaftete nun am 30. Oktober nach Deutschland ausgeliefert. Bei der Vernehmung durch Beamte der Mordkommission, die bereits damals den Fall in Bearbeitung hatte, räumte er seine Tatbeteiligung weitestgehend ein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Haftbefehl durch den Ermittlungsrichter bestätigt und der Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen.

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