Münchnerin (51) noch immer traumatisiert

Brutalo-Räubern wird der Prozess gemacht

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Beata V. (l.) versteckt sich unter ihrer Jacke, Richard H (r.) gibt sich lässig.

München - Der Überfall im vergangenen März auf einem Parkplatz in Gern war von beispielloser Brutalität. Nun sitzt das ungarische Räuberpärchen vor Gericht.

Abends im Dunkeln warten sie auf ihre Opfer – Frauen, die alleine im Auto sitzen oder auf einem Parkplatz gerade einsteigen. Dann geht alles sehr schnell: Mit einer Schreckschusspistole bedroht Richard H. (37) die Frauen, drängt sie auf den Beifahrersitz und prügelt brutal auf sie ein, um an Geld oder Schmuck zu kommen. Seine Komplizin Beata V. (27) fesselt den Opfern die Hände mit Kabelbinder und hebt mit ihren Scheckkarten Bares ab. So passiert es auch der Münchnerin Brigitte S. (51): Ende März 2012 überfällt das ungarische Räuberpärchen die Computerfachfrau aus Gern am Park&Ride-Parkplatz Westfriedhof und lässt sie schwerverletzt und in ihrem BMW liegen, den sie in der Romanstraße abstellen.

Zehn Monate später ist Brigitte S. noch so schwer traumatisiert, dass sie nicht aussagen kann. Mittwoch wurde dem Räuberpärchen wegen Menschenraub und gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen am Landgericht München I der Prozess gemacht – ihnen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

Am ersten von sechs Sitzungstagen wird die verkorkste Lebensgeschichte der Angeklagten ausgerollt. Beata wächst bei ihrem Großvater auf. Mit 16 Jahren findet sie ihn erhängt, mit 17 wird sie zur Prostitution gezwungen. Schule und Lehre bricht sie ab und findet Trost im Alkohol. Richard wird vom Vater geschlagen, fliegt von zwei Schulen und kifft seit 17 Jahren. Er hängt rum, schlägt sich in Südafrika durch, gründet später einen Brennholzhandel – gerät aber an dubiose Geschäftspartner, die plötzlich viel Geld fordern. Doch seine Firma ist pleite…

So fahren die beiden, seit zehn Jahren ein Paar, zu Richards Eltern nach Frankfurt am Main. Von dort starten sie ihren Raubzug. „Wir hatten Angst, uns wurde mit dem Tod gedroht“, sagt Richard H. Die Taten räumt der Ungar ein – er habe zuvor aber getrunken und Kokain geschnieft.

thi

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