„"Bubble Tea": Trendgetränk oder Kalorienbombe?

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Bunter Tee mit Kügelchen: Sang Nguyen präsentiert in seinem Laden zwei Varianten des „Bubble Tea“.

München - Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Immer mehr Geschäfte verkaufen den „Bubble Tea“. Das asiatische Erfrischungsgetränk liegt gerade an heißen Tagen schwer im Trend. Doch die Kritik an dem süßen, bunten Tee mehrt sich.

Ein Becher des Getränks enthält laut Technikerkrankenkasse zwischen 300 und 500 Kalorien. Nun kritisieren Verbraucherschützer zudem, das Modegetränk enthalte Lebensmittelzusätze – und das sei im Laden häufig nicht ordentlich gekennzeichnet.

Das Konzept des aus Taiwan stammenden Bubble Teas ist schnell erklärt. Als Basis wählt der Kunde gekühlten schwarzen oder grünen Tee, wahlweise mit oder ohne Milch. Anschließend bestimmt er aus unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen einen Fruchtsirup, der dem Getränk eine knallbunte Farbe verleiht. Als besondere Zutat kommen schließlich noch die namensgebenden schwimmenden „Bläschen“ dazu. Dies sind farbige Kügelchen, oft mit Fruchtsaft gefüllt, die der Kunde durch einen dicken Strohhalm aufsaugt und die beim Trinken im Mund zerplatzen.

Während viele Kunden begeistert sind, moniert die bayerische Verbraucherzentrale nun die mangelnde Transparenz einiger Bubble- Tea-Läden. Bei einer Stichprobe im Raum München sei das Personal auf Nachfrage häufig nicht in der Lage gewesen, weitergehende Informationen über die eingesetzten Zusatzstoffe zu geben. Im Sirup und den Kügelchen sind oft Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffe enthalten.

Sang Nguyen eröffnete nach eigenen Angaben den ersten Bubble Tea Laden in München. Seit zwei Jahren gibt es schon das „Bubble T“ am Isartor. Nguyen hat mittlerweile 35 andere Läden in München gezählt. Bei ihm stehen die im Sirup enthaltenen Zusatzstoffe in einer an der Theke hängenden Liste. Auch im „NYtea“ an der Zweibrückenstraße bekommt der Gast auf Nachfrage eine solche Auflistung. Vor dem Laden steht Sabine Birkner mit ihren drei Kindern, alle haben einen Becher mit bunter Flüssigkeit in der Hand. „Es schmeckt sehr gut, aber wahnsinnig süß“, findet Birkner. Dass die Getränke viel Zucker enthalten, ist ihr bewusst: „Da muss man schon aufpassen, das sollte man nicht täglich trinken.“

Ähnlich sieht es auch ein Sprecher der Kette „meito“, die am Rindermarkt und vier weiteren Standorten in München den Bläschen-Tee verkauft: „Natürlich hat das Getränk Kalorien, wie ein Eis oder ein Milchkaffee auch. Das ist ein Genussmittel.“ Die verbreiteten 500 Kalorien seien jedoch unrealistisch: „Ein Getränk mit 350 Millilitern liegt bei uns ungefähr bei 200 Kalorien.“

Für kleine Kinder unter sechs Jahren sei das Getränk dennoch nicht geeignet, denn es bestehe die Gefahr, dass die Kinder sich an den durch den Strohhalm schießenden Kügelchen verschluckten. Davor hatte kürzlich auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gewarnt. Bei „Bubble Kiss“ am Hauptbahnhof heißt es dagegen, das Getränk sei für Kinder ab drei Jahren geeignet. Sang Nguyen meint: „Ich rate generell allen neuen Gästen, nicht zu hastig zu trinken.“

Angelo Rychel

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