Traumreise falsch gebucht

Falscher Klick soll 500 Euro kosten

+
Bürgeranwalt Dietmar Gaiser und Stephanie Stroebel

München - Stephanie Stroebel aus München wendet sich an tz-Bürgeranwalt Dietmar Gaiser: Wegen eines Klickfehlers beim Buchen einer Traumreise sollten sie und eine Freundin 500 Euro bezahlen.

Wie unsere heutige Geschichte zeigt, kann ein falscher Mausklick teuer zu stehen kommen. Trotzdem kaufen immer mehr Menschen über das Internet ein und buchen ihre Flüge online. Grundsätzlich ist das auch keine schlechte Sache. Allerdings sind dabei ein paar Dinge zu beachten.

So dachte beispielsweise ein schwäbisches Ehepaar ein tolles Schnäppchen zu machen, als es im Internet zwei Flüge nach Thailand für zusammen 348 Euro entdeckte. Natürlich wurde sofort gebucht. Kurz darauf kam die Buchungsbestätigung, und der billige Traumurlaub schien perfekt. Dann stellte sich aber heraus, dass der niedrige Preis auf einen Softwarefehler zurückzuführen war. Das Ehepaar bestand trotzdem auf dem Schnäppchen, schließlich hatte es eine Buchungsbestätigung. Aber leider reicht die nicht. Neben der Buchungsbestätigung ist nämlich auch eine Annahmebestätigung des geschlossenen Vertrages über die Reise notwendig. Und diese hatte das schwäbische Ehepaar nicht. Meist werden sowohl die Buchung als auch der abgeschlossene Vertrag in einem Schreiben gleichzeitig bestätigt. Aber eben nicht immer. Und an so ein Reiseunternehmen war das schwäbische Ehepaar geraten.

Für solche und ähnliche Fälle gibt es eine wichtige Internetadresse: www.online-schlichter.de. Dabei handelt es sich um eine Schlichtungsstelle des Zentrums für europäischen Verbraucherschutz. An sie kann man sich nicht nur bei Reiseärger, sondern bei allen Streitigkeiten wegen im Internet abgeschlossener Verträge wenden.

Der erste Schritt, um Ärger zu vermeiden, ist aber viel einfacher: Verwenden Sie nie die häufigste Internet-Lüge – das blinde Ankreuzen des Buttons „Ich habe die allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen.“

Ihr Dietmar Gaiser

Traumurlaub falsch gebucht

Wir sind zwei Freudinnen und haben lange für eine Reise nach Thailand gespart. Als der Traumurlaub näher rückte, übernahm jede von uns einen Teil der Vorbereitung. Meine Freundin war für das Buchen der Flüge zuständig. Und da fängt das Dilemma an: Sie rutschte beim Ankreuzen des Rückflugs im Internet in den falschen Monat und buchte den Flug vier Wochen später als geplant. Als wir den Fehler merkten, setzten wir alle Hebel in Bewegung, um ihn zu korrigieren. Wir informierten das Reiseunternehmen, dieses verwies uns weiter an die Fluggesellschaft. Als wir uns dorthin wandten, verwies man uns wieder zurück an das Reiseunternehmen. Der Fehler war nur noch mit einer Gebühr von 250 Euro pro Person zu beheben. Daran führe kein Weg vorbei, wurde uns immer wieder gesagt. Aber das sprengt unser Reisebudget total. Was sollen wir tun? Bitte helfen Sie uns!

Stephanie Stroebel (34), Projektassistentin aus München

Klar: In den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Reiseunternehmens steht, dass im Fall einer Umbuchung pro Person ein Betrag von 250 Euro fällig wird. Tatsache ist aber auch, dass Fälle, in denen bei Buchungen im Internet ein falsches Datum angeklickt wird, häufig vorkommen. Warum gibt es keine Frist, in der so ein Irrtum rückgängig gemacht werden kann? Mit dieser Frage konfrontierten wir das Reiseunternehmen, und dort zeigte man sich kulant.

Pressesprecher Andreas Fellenz teilte uns nach mehreren Telefonaten mit, dass das Reiseunternehmen auf seine Stornogebühr verzichten werde. Aber die der Airline müsse bezahlt werden. Immerhin wurden den beiden Damen damit zusammen 100 Euro erlassen.

Da inzwischen aber der Rückflug, den sie wollten, ausgebucht war, machte das Reiseunternehmen ein weiteres Zugeständnis. Es bot den beiden Frauen an, die vollen Kosten für eine zweitägige Verlängerung des Urlaubs zu übernehmen. Dann wäre ein Rückflug möglich.

Als Stephanie Stroebel das hörte, freute sie sich natürlich: „Ohne den Bürgeranwalt hätten wir das alles nicht erreicht, aber jetzt müssen wir noch unseren Arbeitgeber fragen, ob zwei Tage Urlaub mehr in Ordnung sind.“ Leider scheiterte die Verlängerung des Urlaubs, und die beiden reiselustigen Damen konnten „nur“ die Streichung der Gebühr des Reiseunternehmens in Anspruch nehmen. Aber auch dafür bedankte sich Stephanie Stroebel ganz herzlich und versprach: „Wir werden dem Team des Bürgeranwaltes eine Dankeskarte aus Bangkok schreiben!“

Auch interessant

Meistgelesen

Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Jetzt bestätigt: Dieser Flagship-Store kommt bald in die Innenstadt
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner
Reiter und Herrmann verteidigen zweite Stammstrecke gegen 650 Gegner

Kommentare