Neues Kunstwerk sorgt für Aufsehen

Buddha liegt jetzt am Viktualienmarkt

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Der Buddha kommt angeschwebt

München - Spektakuläres Kunstwerk am Münchner Viktualienmarkt: Dort wird in den kommenden Monaten ein 500-Kilogramm-Buddha aus Glasfaser liegen. Der Spaß ist nicht billig.

Mit stoischer Gelassenheit– wie es sich gehört – lässt Siddhartha Gautama die Arbeiter gewähren. Sie wissen nicht, wer das ist? Sie werden den Herrn als Buddha kennen, der da am Montag als 500 Kilo schwere Glasfaser-Figur am Viktualienmarkt einschwebte. Am Haken eines Minibaggers fand er seinen Platz vor dem Pschorr. Hier wird er die nächsten fünf Monate liegen. Tatsache: Ein liegender Buddha am Viktualienmarkt! Und der sorgte bei den Passanten ebenso für Stirnrunzeln wie die Aufschrift am Fuß der Figur: „Made in Dresden“.

Jenny Becker vom Kulturreferat klärt auf: „Die Figur ist eine temporäre Installation, die im Rahmen der Reihe "A Space Called Public / Hoffentlich Öffentlich" bis 30. September aufgestellt wird.“ Die gesamte Serie kostet rund 1,2 Millionen Euro, finanziert von der Stadt. In dieser Reihe wurde das Max-Emanuel-Denkmal am Promenadeplatz schon zum Memorial für Michael Jacksons Affen Bubbles. Auch der leere Denkmalsockel am Wittelsbacherplatz gehört dazu.

Der Buddha Made in Dresden stammt vom malaysisch-britischen Künstler Han Chong. Warum Dresden? „Weil dort die meisten hierzulande verkauften asiatischen Deko-Artikel hergestellt werden“, erklärt Becker. „Und in Dresden haben die Asiaten eine Community, die es in München nicht gibt.“ Gedanken in dieser Richtung sind es, die der goldene Buddha bei den Marktbesuchern auslösen soll.

Wobei: Die allererste Reaktion ist ein bissl profaner. Eine Passantin schaut ernst ihren Mann an: „Ich hab zwei Buddhas daheim. Einer steht auf dem Fensterbrett, der andere liegt meistens faul im Bett“.

Das sagen die Münchner zu dem neuen Kunstwerk:

Bayerische Kultur fördern

Ich bin grad’ zufällig vorbeigekommen und war bass erstaunt, als ich den Budd­ha da gesehen hab’. Was wollen die denn hier mit einem Buddha am Viktualienmarkt? Ich finde, man sollte sich erst mal um die Förderung der bayerischen Kultur kümmern. Es gibt ja kaum noch jemanden, der Bairisch reden und verstehen kann.

Irene Winter (59), Apothekerin

Denkmal für die Staatsregierung?

Ich find’s schee. So wie der da liegt, ist das aber wohl ein Denkmal für die bayerische Staatsregierung, oder? Aber im Ernst: Ich kenn’ mich mit fernöstlicher Kultur aus. In Ostasien darf ein Messetand keine Ecke haben, weil das den Regeln von Feng Shui widerspricht.

Manfred Regauer (71), Rentner

Wäre im Ostpark besser

Ich find’ die Figur ja schon schön, aber ich weiß nicht, ob sie unbedingt am Viktualienmarkt stehen muss. Der Buddha würde besser in den Ostpark oder in den Englischen Garten passen. Wir sind halt in München sehr tolerant, da kann man eben alles überall hinstellen.

Theo Beischl (67), Rentner

Johannes Welte

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