Tritt Hep doch wieder an?

Monatzeder liebäugelt mit Stadtratswahl

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Geht er in den Stadtrat? Über Hep Monatzeders Kandidatur gab es schon Gespräche.

München - Tritt Bürgermeister Hep Monatzeder wieder für den Stadtrat an? Es gab bereits ein Gespräch hinter den Kulissen. Noch vor einem halben Jahr war er am Ende.

Noch vor einem halben Jahr war Bürgermeister Hep Monatzeder (62) am Ende – von seinen Löwen als Präsident zerfleischt, von seinen Grünen bei der OB-Kandidatur abgewatscht. Doch neuerdings strahlt der Bürgermeister, dass eine Solaranlage die helle Freude an ihm hätte. Vielleicht geht für ihn politisch doch noch einmal die Sonne auf: Tritt er wieder für den Stadtrat an? Es gab bereits ein Gespräch hinter den Kulissen.

Monatzeder gibt sich in der heiklen Angelegenheit schmallippig. „Da müsste schon ein Signal aus der Partei kommen“, sagt er der tz. Das heißt aber auch: Gibt es diesen Wink, steht er für die Kandidaten-Aufstellung in drei Wochen bereit! Dann bliebe der beliebte Bürgermeister den Münchnern erhalten – wenn auch nur als Stadtrat.

Bislang gab es darauf kaum Aussicht. Nachdem seine Partei ihn vor einem Jahr bei der OB-Kandidatur regelrecht demontierten und Sabine Nallinger zur neuen starken Frau für die Kommunalwahl im März 2014 bestimmten, sagte Monatzeder: „Ich mache jetzt meine Jahre zu Ende. Und dann ist Schluss.“

Aber die Zeiten haben sich geändert: Beim Wiesn-Einzug jubelten ihm die Massen zu wie noch nie. In der Stadt-Umfrage hält er sich trotz aller Rückschläge als zweitbeliebtester Politiker nach OB Christian Ude (SPD) – zwei von drei Münchnern kennen den Hep, jeder dritte mag ihn. Und allen Unkenrufen zum Trotz war die von ihm organisierte Fußgängerkonferenz Walk 21 keine Lachnummer.

Vor allem aber haben die Bürger ihrem Bürgermeister bei der Landtagswahl anders als seiner Partei ein ziemlich dickes Plus auf seinem politischen Konto beschert: Monatzeder war der Häufelkönig – obwohl er keinen Wahlkampf gemacht hat, gar nicht in den Landtag wollte und auf Listenplatz 60 kaum auf dem Stimmzettel zu finden war. Trotzdem kreuzelten ihn die Münchner hoch auf Rang 13! An Zweitstimmen hat er in Oberbayern mehr bekommen als die Münchner Parteichefin Katharina Schulze und der bisherige Landtags-Fraktionschef Martin Runge, geschweige denn die beiden Rathaus-Fraktionschefs. Hätte Monatz­eder einen eigenen Stimmkreis gehabt, die Wähler hätten ihn wohl direkt ins Maximilianeum gelobt! Auf so ein Zugpferd werden die Grünen im Rathaus kaum verzichten – nach den großen Verlusten bei Landtags- und Bundestagswahl. Oder?

Die Münchner Parteispitze sieht Monatzeder am Zug. „Die Entscheidung liegt bei ihm – und dann bei den Delegierten“, sagt der grüne Stadtvorsitzende Sebastian Weisenburger, der selbst für den Stadtrat kandidieren will. Intern sei Monatzeders Antritt schon diskutiert worden – offenbar vor dessen Wahlerfolg, seitdem haben die beiden nicht gesprochen.

Monatzeders Höhenflug muss den Grünen aber auch Kopfzerbrechen bereiten: Wie steht man denn da, wenn das von den eigenen Mitgliedern ausrangierte Zugpferd vom Bürger aufgepeitscht wieder an allen anderen Kandidaten vorbei galoppiert? Und womöglich der OB-Kandidatin Nallinger, die zuletzt manchen mit allzu lauten Gedanken über Mehrheiten jenseits von Rot-Grün verschreckte, auf Listenplatz 1 nahe kommt?

David Costanzo

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