Satzung sorgt für Unmut

Bürokratie-Irrsinn: Parkplätze verhindern Wohnungen

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In den neuen Tiefgaragen stehen viele Plätze leer - das geht auf Kosten neuer Wohnungen.

München - Die Wohnungsnot ist als größtes Problem erkannt – aber die Stadt tut noch nicht alles dagegen. Stattdessen sorgt eine Satzung für Unmut, wonach pro Aparment auch ein Parkplatz gebaut werden muss.

Auf Anfrage der Grünen kommt raus: Parkplätze in Tiefgaragen, die mit neuen Wohnungen teuer gebaut werden müssen und dann leer stehen, gehen auf Kosten von Wohnraum!

Pro Apartment müssen Bauherren auch für je einen Parkplatz sorgen. Diese Stellplatzsatzung beschloss der Stadtrat 2007 mit den Stimmen aller Parteien. Das war vielleicht gut gemeint - zu gut. „In München haben besonders junge Leute oft kein Auto“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. Trotzdem mussten allein die städtischen Gesellschaften GWG und Gewofag von 2007 bis 2011 mehr als 2100 Tiefgaragen-Plätze bauen - für jeweils bis zu 16 500 Euro!

Besonders krass ist es bei Sozialwohnungen: Da schätzt die GWG, dass nur jeder zweite Parkplatz gebraucht wird! Trotzdem müssen alle Bewohner einen mieten – für im Schnitt 55 Euro im Monat. Die GWG kostet der Tiefgaragen-Platz aber 106 Euro – ein Zuschuss-Geschäft! Dazu kommen leere Duplex-Garagen, weil die Leute lieber draußen parken.

Fazit: Stellplätze seien ein „Investitionshemmnis“. Da wird Geld verbaut, das in den Bau günstiger Wohnungen gehört! Bickelbacher sagt: „Die Stellplatzsatzung muss grundsätzlich angegangen werden. Wohnungen sind wichtiger als Parkplätze. “

DAC

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