Bundesbank-Korrupti

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Dietmar R.: Scharf auf Schmiergeld?

München - Als Gebäude-Manager für die Filialen der Bundesbank in Bayern hatte Dietmar R. eine gewisse Machtposition. Diese hat er laut Anklage der Staatsanwaltschaft München I schamlos ausgenutzt:

Der Ingenieur (56) soll von einem Firmenchef knallhart Schmiergeld gefordert haben. Dabei schreckte er nicht mal vor erpresserischen Methoden zurück.

In der Filiale Bayreuth stand eine große Sanierung an, unter anderem musste die Heizungs- und Lüftungstechnik erneuert werden. Für diesen Zweck bestellte Dietmar R. den Geschäftsführer einer in Nürnberg ansässigen Firma in die Münchner Hauptfiliale, um mit ihm die Details zu besprechen. Bei dem „streng vertraulichen“ Gespräch sei er rasch zur Sache gekommen, so der betroffene Firmenchef im Zeugenstand: „Er wollte zehn Prozent der Auftragssumme als persönliche Vergütung. Ich fühlte mich vor den Kopf gestoßen.“ Zwar habe er gesagt, dass dies „machbar“ sei, er habe jedoch niemals Schmiergelder zahlen wollen.

Dietmar R. ließ offenbar nicht locker, so der Zeuge: „Er hat mit Konsequenzen gedroht. Es ging um Wartungsverträge.“ Der Verlust dieser Aufträge hätte seine Firma schwer getroffen Zwar bot der Firmenchef dem Mann von der Bundesbank einen kostenlosen Urlaub am Gardasee an, „als Notnagel“, wie er sagt. Doch dann wandte er sich an einen Anwalt und erstattete Anzeige.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess wird fortgesetzt.

E. Unfried

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