Gewalt gegen Bahnsicherheitsstreife

Randale im Faschingskostüm: DB-Mitarbeiter verletzt

Bahnsicherheitsmitarbeiter werden immer öfter Opfer von randalierenden Reisenden am Bahnhof.

München - Sie sind eingesetzt, um Reisende zu schützen. Doch immer häufiger werden Bahnsicherheitsmitarbeiter angegriffen. Fünf solcher Fälle geschahen am Wochenende in und um München.

Der ungewöhnlichste Vorfall, in dem die Bundespolizei nach einem Tatverdächtigen bzw. weiteren Zeugen sucht, ereignete sich am Samstagabend (14. Februar).

Rund 20 Personen kreisten am Samstag gegen 17.25 eine Bahnsicherheitsstreife an der S-Bahn-Haltestelle Vierkirchen-Esterhofen ein, die ihrer Arbeit nachgingen. Laut Bundespolizei wollten die Mitarbeiter der Bahnsicherheit einen stark alkoholisierten 16-Jährigen zurückhalten, der in die falsche S-Bahn einsteigen wollte. Daraufhin schlug der Jugendliche aus Altomünster gegen den Oberkörper des Bahnsicherheitsmitarbeiters (25). Die DB-Mitarbeiter brachten den 16-Jährigen zu Boden, woraufhin dieser laut um Hilfe rief.

Rund 20 Personen warteten zu dieser Zeit nach einer Faschingsveranstaltung am Bahnsteig auf die S-Bahn Richtung Dachau und solidarisierten sich mit dem 16-Jährigen. Sie kreisten die DB-Mitarbeiter  ein und forderten sie auf, den Jugendlichen laufen zu lassen. Nachdem einer aus der Gruppe nach einem Bahnsicherheitsmitarbeiter getreten hatte, zog sich die Streife zurück. Kurz darauf fuhr die S-Bahn (S2 stadteinwärts) ein. Die gesamte Gruppe stieg ein, ohne sich um den 16-Jährigen zu kümmern. Er blieb allein am Boden liegen und übergab sich alkoholbedingt. Nach Abfahrt der S-Bahn gingen die Bahnsicherheitsmitarbeiter zurück und informierten Rettungssanitäter und Polizei.

Die Bundespolizei sucht nun nach dem Verkleideten, der den Bahnsicherheitsmitarbeiter mit dem Fuß getreten und dabei verletzt haben soll. Der Mann ist ca. 180 - 185 cm groß, war als Soldat im Camouflagelook verkleidet und hatte auffällige schwarze Streifen unterhalb der Augen. Wer zu dem "Soldaten" bzw. dem Vorfall am Bahnsteig Hinweise geben kann, wird gebeten sich unter der Rufnummer 089/5155500 bei der Bundespolizei zu melden.

Weitere Fälle vom Wochenende

Ein 33-Jähriger pöbelte am Freitag gegen 17:30 Uhr gegen die Verkäuferin eines Bahnhofskiosks am S-Bahnhaltepunkt Ismaning. Diese hatte sich geweigert dem alkoholisiert wirkenden Mann alkoholische Getränke zu verkaufen. Eine alarmierte Streife der Bahnsicherheit verhängte gegen Mann ein Hausverbot, der inzwischen andere Reisende anging. Der Mann verließ daraufhin aber nicht den Bahnhof, schubste die Bahnsicherheitsmitarbeiter und  schlug mit dem Ellbogen gegen die beiden Uniformierten.

Etwas später gegen 22:30 Uhr waren vor einem Schnellimbiss drei alkoholisierte Männer im Alter von 25, 28 und 34 Jahren im Zwischengeschoss des Hauptbahnhofs München mit Bahnsicherheitsmitarbeitern in Streit geraten. Nach Beleidigungen durch die drei Männer kam es zu wechselseitigen körperlichen Auseinandersetzungen. Vier Bahnsicherheitsmitarbeiter wurden dabei leicht verletzt.

Am Samstag wollte ein Bahnsicherheitsmitarbeiter einen Portugiesen (36) des Bahnhofs verweisen. Er hatte laut Bundespolizei gegen 16:55 Uhr am Haupteingang im Münchner Hauptbahnhof gegen die Hausordnung verstoßen. Dabei soll es zu körperlichen Attacken gekommen sein. Die Aussagen weichen stark voneinander ab, da der 36-Jährige und Zeugen alkoholisiert waren.

Ein 19-jähriger Afghane griff am Sonntag gegen 22:15 Uhr am Münchner Hauptbahnhof einen Bahnsicherheitsmitarbeiter an. Als dieser eine Hausrechtsmaßnahme durchsetzen wollte, schlug der Afghane mit den Händen und einem Mobiltelefon auf einen 54-jährigen Bahnsicherheitsmitarbeiter ein und trat mit den Füßen nach ihm. Eine Streife der Bundespolizei beobachtete den Vorfall und kam den Bahnsicherheitsmitarbeitern zu Hilfe. Dabei wehrte sich der 19-Jährige heftig und versuchte die Beamten zu beißen. Nach seiner Festnahme verhielt er sich in der Gewahrsamszelle selbst gefährdend, schlug u.a. mit dem Kopf mehrmals gegen die Zellentüre und wurde daraufhin unter Beteiligung der Bayerischen Landespolizei ins Isar-Amper-Klinikum eingewiesen.

Die Bundespolizei hat in den Fällen  Ermittlungen unter anderem wegen Widerstand gegen Vollzugsbeamte, Körperverletzung und Beleidung aufgenommen.

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