Kandidaten für München

Bundestagswahl 2021: Bernhard Loos ist CSU-Kandidat im Norden

Bundestagskandidat für München: Bernhard Loos (66) sieht sich als Kämpfer für kleine Unternehmen.
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Bundestagskandidat für München: Bernhard Loos (66) sieht sich als Kämpfer für kleine Unternehmen.

Der Countdown zur Bundestagswahl 2021 läuft. Wir stellen die Kandidaten für München vor. Bernhard Loos (66) tritt im Wahlkreis München-Nord an. Der CSU-Bundestagsabgeordnete kandidiert dort für das Direktmandat.

München - Bernhard Loos hat einst Anzüge verkauft, Sakkos, Hosen, Hemden. Als Herrenausstatter bei Hertie am Hauptbahnhof*. Darin sei er ganz gut gewesen, sagt der 66-Jährige. „Die Kunden kamen auch immer wieder gerne zu mir. Das hat Spaß gemacht.“ Jetzt muss Bernhard Loos keine Hemden anpreisen. Sondern sich selbst. Der CSU-Bundestagsabgeordnete kandidiert bei der Bundestagswahl 2021* für das Direktmandat im Wahlkreis München-Nord*. 2017 hatte er es errungen und war erstmals in den Bundestag eingezogen. Der Stimmkreis gilt als hart umkämpft. Und kämpfen kann Loos.

Loos: „Ich war immer ein Arbeiter“

Er ist in einem kleinen Ort nahe Kaufbeuren aufgewachsen. In einfachen Verhältnissen, wie er sagt. Die Familie zog nach München, woher sie auch ursprünglich stammt. Loos’ Vater war Lehrer für Religion. Und er legte Wert darauf, dass sein Sohn nach dem Abitur erst mal eine Ausbildung macht. Das hat geerdet. „Ich war immer ein Arbeiter“, sagt Loos. Das Studium finanzierte er sich mit Taxifahren oder dem Ausliefern von Zementsäcken und Bierkästen. Es folgte ein Engagement als Geschäftsführer des Kolpingwerks für den Diözesanverband. Loos ist darüber hinaus Gründer einer IT-Unternehmensgruppe und leitet die GBS Fachschule für Technik und Wirtschaft Leipzig.

Ob ihm seine Tätigkeit als Verkäufer nun im Wahlkampf etwas nützt? Nein, sagt der zweifache Vater. Sich selbst anzupreisen, in eigener Sache zu werben, das sei etwas anderes. „Aber ich bin gerne mit Menschen zusammen, das hat auch beim Verkaufen am meisten Spaß gemacht: der Kontakt mit den Menschen.“

Kritiker werfen ihm gerne mal vor, er sei zu leise. Keiner, der ins Rampenlicht drängt, keiner, der poltert. Er wisse schon, dass Show zur Politik dazugehöre, sagt Loos dazu. Poltern will er trotzdem nicht, dafür sei er nicht der Typ. „Dann wäre ich nicht authentisch.“

Er dränge niemandem seine Meinung auf. Er rede mit den Leuten, erkläre, lege Argumente dar und versuche zu überzeugen, beschreibt Loos sich selbst. Und er höre auch lieber zu. Es sei ja ohnehin ein Problem des Bürgers, dass allzu oft Politiker ihm etwas erzählten, aber nicht zuhörten. „Die Probleme der Menschen sind ja die gleichen wie meine.“ Als Leisetreter will er gleichwohl nicht wahrgenommen werden. Er stehe für seine Überzeugungen ein – „auch gegenüber einer Kanzlerin“.

Steckbrief

Name: Bernhard Loos

Alter: 66

Beruf: Unternehmer/ Bundestagsabgeordneter

Partei: CSU

Geboren am: 30. Juli 1955 in Kaufbeuern

Familienstand: verheiratet

Kinder: zwei erwachsene Söhne

Bernhard Loos (CSU): Weder Polterer noch Leisetreter

Loos will sich engagieren. „Nur schimpfen reicht nicht, man muss auch etwas tun.“ Das sei auch der Grund dafür, warum er in den Bundestag wollte. Und wieder will. Politik, sagt Loos, passiere mit dem Kopf, nicht mit dem Kehlkopf. Dass er damit ausgerechnet CSU-Allvater Franz-Josef Strauß zitiert, einen der größten Polterer, sozusagen einen Anti-Loos, hat schon einen Grund. Denn die beiden kannten und schätzten sich.

Strauß saß als CSU-Chef in der Landesleitung an der Nymphenburger Straße, Loos als Vorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) zwei Stockwerke darunter. „Er hat mich dann auch schon mal hochgerufen. Dann haben wir uns unterhalten.“ Strauß habe ihn beeindruckt durch sein Wissen und seinen Intellekt, erinnert sich Loos. Nachahmen wollte er ihn aber nie. Man solle schließlich nicht in den Fußstapfen anderer durchs Leben gehen, sonst hinterlasse man selbst keine Spuren. „Das ist eine meiner Lebensweisheiten.“

Spuren hinterlassen will Loos weiterhin, sich engagieren für kleine und mittelständische Unternehmen. „Dass wir weiterhin kleine Metzger und Bäcker haben. Für die bin ich unterwegs.“ Um denen zu helfen, müsse Bürokratie weiter abgebaut werden. „Viele können sich den Aufwand schlicht nicht mehr leisten“, sagt Loos. „Einige haben Mitarbeiter, die gar nicht mehr produzieren, sondern nur noch mit dem dem bürokratischen Aufwand beschäftigt sind.“ Es wäre schade, würden diese Kleinbetriebe verschwinden. „Da ginge viel Kultur verloren und auch ein Stück Lebensgefühl.“

Dass es nicht so kommt, daran will Loos mitarbeiten. „Ich denke, ich habe die Erfahrung und die Kenntnis und kann dadurch einen Beitrag leisten“, sagt er. So ganz hat er den Verkäufer dann doch nicht abgelegt. Auch nicht in eigener Sache.

Bundestagswahl 2021 in München

Aktuell gibt es in München knapp 922.000 Wahlberechtigte. Die Frauen sind mit 480.000 klar in der Überzahl. Rund 440.000 Wähler sind männlich. Die Stadt hat die Wahlbenachrichtigungen mittlerweile versandt. Wer bis zum 1. September noch keine Unterlagen erhalten hat, sollte sich mit dem Wahlamt (briefwahl.kvr@muenchen.de) in Verbindung setzen.

Erwartet wird ein hoher Anteil an Briefwählern. Schon bei der Bundestagswahl 2017 lag die Quote bei 43,4 Prozent.

In den vier Münchner Stimmbezirken treten 65 Direktkandidaten an: 18 im Wahlkreis Nord, je 17 im Osten und in West/Mitte sowie 13 im Süden. Mit der Zweitstimme sind 26 Parteien wählbar.

Alle Infos zur Bundestagswahl 2021 in München: Den Zuschnitt der Wahlkreise, die Parteien, Kandidaten und Ergebnisse, finden Sie hier*.

Wer macht das Rennen bei der Bundestagswahl 2021? Der Kampf um die Direktmandate in München wird spannender denn je.* *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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